20.04.2021

Pressefreiheit-Ranking

Schweiz bleibt in der Spitzengruppe

Gegenüber dem Vorjahr hat die Schweiz zwei Plätze eingebüsst, sie gehört aber nach wie vor zu jenen Ländern, in denen die Pressefreiheit am besten geschützt ist. Dies könnte sich aber aufgrund von mehr verbalen und teils auch physischen Angriffen auf Medienschaffende bald ändern.
Pressefreiheit-Ranking: Schweiz bleibt in der Spitzengruppe
Die Pressefreiheit weltweit. (Bild: Reporter ohne Grenzen)

Trotz erneutem Verlust von zwei Rängen bleibt die Schweiz in der Spitzengruppe der Rangliste 2021 der Pressefreiheit. Neuseeland und Portugal haben die Schweiz überholt, weil sich ihre Werte leicht verbessert haben. RSF Schweiz zeigt sich trotzdem besorgt.

In der am Dienstag von Reporter ohne Grenzen (RSF) veröffentlichten Rangliste ist das Ergebnis der Schweiz zwar stabil geblieben. Wie schon im Vorjahr büsste sie zwei Plätze ein und rangiert neuerdings auf Platz 10.

Sie befindet sich damit weiterhin in der «weissen» Zone der Weltrangliste. Diese umfasst Länder, in denen die Informationsfreiheit im internationalen Vergleich am besten geschützt ist, wie es in den Medienunterlagen heisst.

Dieses gute Ergebnis könnte laut RSF Schweiz jedoch in Zukunft in Frage gestellt werden. Die Rangliste widerspiegle den jüngsten starken Anstieg verbaler und manchmal auch physischer Angriffe auf Medienschaffende und Medien in der Schweiz nicht.

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Die Schweizer Sektion zeigte sich «äusserst besorgt über die zunehmende Feindseligkeit» gegenüber den Medien. Diese habe sich insbesondere während der Corona-Pandemie akzentuiert. RSF Schweiz erwarte von allen, dass sie die Arbeit von Journalistinnen und Journalisten respektierten, lässt sich RSF Schweiz-Generalsekretär Denis Masmejan in der Mitteilung zitieren.

Der Journalismus sei der «wichtigste Impfstoff gegen die Desinformation», schreibt RSF. In 73 Prozent der 180 bewerteten Länder werde dieser jedoch ganz oder teilweise blockiert. In diesen Ländern herrsche ein sehr schlechtes, schlechtes oder zumindest problematisches Umfeld für die Pressefreiheit.

Noch nie seit Beginn der fortlaufenden Statistik habe es so wenige Länder gegeben, in denen RSF die Lage der Pressefreiheit als «gut» bewertet hat. Ihre Zahl sank von 13 auf 12; Schlusslichter bleiben mit kleineren Verschiebungen China, die Ex-Sowjetrepublik Turkmenistan in Zentralasien, Nordkorea und das afrikanische Eritrea.

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Die Pandemie verstärkte und festigte laut RSF weltweit repressive Tendenzen: «In so unterschiedlichen Staaten wie China, Venezuela, Serbien und dem Kosovo wurden Medienschaffende wegen ihrer Corona-Berichterstattung festgenommen», lautet das Fazit der globalen Umfrage. In China sitzen mehr als 100 Medienschaffende im Gefängnis, mehr als in jedem anderen Land der Welt.

Angeführt wird die Rangliste der Pressefreiheit weiterhin von den nordischen Staaten Norwegen, Finnland, Schweden und Dänemark. Dann folgen Costa Rica, die Niederlande, Jamaika, Neuseeland, Portugal und die Schweiz. Liechtenstein belegt Rang 23.

Aus der Spitzengruppe rausgeflogen ist Deutschland, das zwei Ränge einbüsste und neu auf Platz 13 liegt. «Hauptgrund dieser Bewertung ist, dass Gewalt gegen Medienschaffende in Deutschland im Jahr 2020 eine noch nie da gewesene Dimension erreicht hat», begründete die Organisation die Herabstufung.

Die Mehrheit der körperlichen und verbalen Angriffe ereignete sich laut den Angaben der Reporter-Organisation auf oder am Rande von Demonstrationen gegen Corona-Massnahmen. (sda/dpa/lom)



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