25.06.2023

Nachfolge von Deville

SRF gibt Kritikerinnen Geld

Der Sender hat Comediennes, die sich in die Diskussion einschalteten, eine «Aufwandentschädigung» versprochen. Die Höhe des Betrags sorgte laut SonntagsZeitung in der Comedyszene für Staunen.

Die Vorwürfe gegen SRF waren heftig. Der Sender würde Frauen diskriminieren, schrieben Komikerinnen in einem offenen Brief (persoenlich.com berichtete). Der Grund: In der Endauswahl für die Moderation der neuen SRF-Satiresendung standen nur Männer.

Der Sender beauftragte in der Folge ein externes Büro, um den Streit zu schlichten – und bezahlte allen Frauen, die mitmachten, 700 Franken, wie die SonntagsZeitung berichtet. Eine Geldzahlung in einer solchen Höhe ist eher ungewöhnlich. Wollte SRF die Kritikerinnen mit Geld ruhigstellen?

Es komme bei Mediationen immer wieder vor, dass die finanziell stärkere Partei den Aufwand der anderen entschädige, sagt Reto Peritz, Leiter Unterhaltung bei SRF, sagt, gegenüber der Zeitung. «Es ist auch ein Zeichen der Wertschätzung, dass uns die Comedy-Frauen bei dem Prozess mit ihren Aussagen, Schilderungen und Wünschen unterstützen.»

Die Vergabe der Sendung an Stefan Büsser – einen der beliebtesten und erfolgreichsten Komiker der Schweiz – sorgt bei einigen Satirikerinnen weiterhin für harsche Kritik.

Zur neuen Sendung sagte Stefan Büsser in einem persoenlich.com-Interview: «Ich war nicht im Auswahlgremium von SRF und habe mit dem Entscheid nichts zu tun. Meinen Job als Late-Night-Host sehe ich aber auch darin, eine Auftrittsplattform für die Szene zu bieten. Dabei ist es mir herzlich egal, welches Geschlecht jemand hat. Mich interessiert nur, ob diese Person lustig ist.» (pd/cbe)


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