Der CNN-Moderator Victor Blackwell reagierte in einer Sendung emotional auf einen Tweet von Donald Trump. Der US-Präsident bezeichnete darin Elijah Cummings’ Wahlkreis, wo Blackwell aufgewachsen ist, als «widerliches, von Ratten und Nagern befallenes Drecksloch». Als der Moderator den Tweet über Baltimore vorliest, füllten sich seine Augen vor laufenden Kameras mit Tränen. «Wissen Sie, wer dort gewohnt hat, Mr. President? Ich! Von meiner Geburt bis zum College», so Blackwell.
«Blick» hat bei Schweizer Moderatoren nachgefragt, wie sie reagieren würden. Ex-«Tagesschau»-Moderator Stephan Klapproth nennt die Reaktion von Blackwell gegenüber der Zeitung ein «eindrückliches Aufbäumen von Menschlichkeit gegen einen inhumanen Machthaber». Trumps Strategie sei eine Zerstörung zivilisierter Umgangsformen. «In dieser demokratischen Ausnahmesituation ist von den Medien her unkonventionelle Gegenwehr berechtigt», so Klapproth weiter.
Auf «Arena»-Moderator Sandro Brotz wirke das Video, als hätten Blackwell die Emotionen aus dem Moment heraus erfasst. Ob angebracht oder nicht, für Brotz sei es eine menschliche Reaktion gewesen. Er selbst wolle sich als Moderator aber daran halten, eigene Gefühle nicht in eine Sendung zu tragen, wie er zu «Blick» sagt.
Wer bei SRF so reagiere wie Blackwell, würde laut «Blick» zu einer Aussprache vorgeladen. Die SRF-Chefin Nathalie Wappler habe diese Haltung unterstrichen, als sie über ihre Pläne bei SRF sprach und weg vom Meinungsjournalismus wolle (persoenlich.com berichtete). CNN ist im Gegensatz zu SRF ein Privatsender. (log)
KOMMENTARE
30.07.2019 10:09 Uhr

