11.07.2019

Tamedia

Verkauf der «Annabelle» wird geprüft

Tamedia konzentriert sich auf Titel, die aus Abo-Einnahmen finanziert werden. «Ich bin stolz, dass mit mir eine junge Mutter zur Chefredaktorin ernannt wurde», sagt Jacqueline Krause-Blouin. Sie leitet ab Anfang August interimistisch die Redaktion.
Tamedia: Verkauf der «Annabelle» wird geprüft
Leitet künftig die «Annabelle» interimistisch: Jacqueline Krause-Blouin, derzeit stellvertretende Chefredaktorin. (Bilder: zVg.)

Im Rahmen der Umsetzung der zukünftigen holdingartigen Unternehmensstruktur von Tamedia mit den vier Geschäftsfeldern Bezahlmedien, Pendlermedien, Werbevermarktung und Marktplätze wird eine Fokussierung dieser Einheiten auf ihre Kerngeschäfte angestrebt. Für die Bezahlmedien bedeute das eine Konzentration auf diejenigen Titel, die sich hauptsächlich durch Abo-Einnahmen finanzieren. Im Zuge dessen hat Tamedia entschieden, einen Verkauf der stark vom Werbemarkt abhängigen Zeitschrift «Annabelle» zu prüfen, wie es in einer Mitteilung heisst.

«Die spezifischen Herausforderungen der Traditionszeitschrift ‹Annabelle› unterscheiden sich grundlegend von jenen unserer Bezahlmedien. Darum wollen wir prüfen, ob sie mit einer dedizierten Unternehmerpersönlichkeit oder einem anderen Verlag im Rücken die besseren Entwicklungsmöglichkeiten hätte», wird Tamedia-CEO Christoph Tonini zitiert. Erste Gespräche würden in den kommenden Wochen stattfinden.

Jacqueline Krause-Blouin übernimmt Chefredaktion

Jacqueline Krause-Blouin, langjährige stellvertretende Chefredaktorin, übernimmt auf Anfang August 2019 bis Ende Jahr ad interim die Chefredaktion der «Annabelle». Sie folgt auf Silvia Binggeli, die die Chefredaktion wie angekündigt Ende Juli abgibt (persoenlich.com berichtete).

«Die Qualität mit reduziertem Team aufrecht zu erhalten wird die Herausforderung, die es zu meistern gilt», sagt Krause-Blouin auf Anfrage von persoenlich.com. «Ich bin zuversichtlich, dass unser starkes Team das schaffen wird. Mein Ziel ist es, mich auf herausragenden Journalismus zu konzentrieren und auf das was wir am besten können: mit unseren Geschichten bewegen.»

Krause-Blouin arbeitet seit Anfang 2015 bei der «Annabelle». Zunächst war sie als Autorin und Lifestyle-Redakteurin tätig, im Sommer 2015 übernahm sie zusätzlich die stellvertretende Chefredaktion. Davor arbeitete die 32-jährige studierte Schauspielerin als Redakteurin und Chefin vom Dienst unter anderem für «Spex – Magazin für Popkultur», die «Berliner Morgenpost» und für «Rolling Stone», Berlin. Krause-Blouin wird weiterhin auch für den Mamablog des «Tages-Anzeigers» tätig sein.

«Ich bin stolz, dass mit mir eine junge Mutter zur Chefredaktorin ernannt wurde und werte das als starkes Signal in Zeiten der Frauenbewegung», so Krause-Blouin weiter. «Ich freue mich sehr auf die neue Aufgabe und insbesondere über die enge Zusammenarbeit mit meinem Kollegen Sven Broder.»

Sven_Broder

Sven Broder wird stellvertretender Chefredaktor. Der 44-Jährige hat Germanistik studiert und kam 2011 als Redaktor und stellvertretender Ressortleiter Reportagen zur «Annabelle». 2013 übernahm er die Ressortleitung. Im Mai 2019 wurde er zum stellvertretenden Chefredaktor ad interim ernannt.

Im Januar wurde bekannt, dass «Annabelle» die Online- und Printredaktion zusammenlegt und vermehrt externe Leistungen bezieht. «Wir mussten leider zehn Kündigungen und vier Pensenreduktionen aussprechen», sagte Binggeli zu persoenlich.com. Auch das interne Fotostudio wurde aufgegeben. (pd/cbe)



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Kommentare

  • Victor Brunner, 11.07.2019 17:17 Uhr
    ANNABELLE wollte den Spagat zwischen Vogue und Donna machen. Das ist total misslungen. Keinen eigenen Stil, wie in allen Modezeitungen Models kurz vor dem Hungertod mit sauertöpfischer Miene in Kleidern die auf der Strasse oder Partys kaum zu sehen waren. Dazu die Gestaltung, irgendwo zwischen Gebetsbuch, Schrift, und COOP Zeitung. Was wundert, ganzseitige Werbung zuhauf und trotzdem keine CashCow! Wo TAmedia im Impressum steht ist Niedergang programmiert!
  • Robert Weingart , 11.07.2019 19:13 Uhr
    Man könnte auf die Idee kommen, dass sich Tamedia nicht mehr als klassischer Verlag betrachtet...

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