03.03.2019

Medienförderung

Verleger wollen Geld aus dem Serafe-Topf

Der Verband Schweizer Medien prüft, Gelder anzuzapfen, welche für die SRG vorgesehen sind. So sollen 120 Millionen Franken für indirekte Presseförderung zusammenkommen, die Verlegerpräsident Pietro Supino Anfang Januar gefordert hatte.
Medienförderung: Verleger wollen Geld aus dem Serafe-Topf
Verlegerpräsident Pietro Supino referiert anlässlich der Dreikönigstagung Anfang Januar 2019 in Zürich. (Bild: Keystone/Gaetan Bally)

Der Verband Schweizer Medien prüft ein Modell, wie aus den Erträgen der Radio- und Fernsehabgabe 90 Millionen Franken pro Jahr für die verbilligte Zustellung von Zeitungen eingesetzt werden könnte.

Nötig wäre dafür eine Anpassung des Radio- und Fernsehgesetzes. Für das Bakom eine von verschiedenen Möglichkeiten: «Die Radio- und Fernsehabgabe kann gemäss Verfassung nur für elektronische Medien verwendet werden», sagt Sprecher Francis Meier zwar in der «NZZ am Sonntag» (Artikel registrationspflichtig). Zudem sehe das Radio- und Fernsehgesetz abschliessend vor, wofür die Abgabe verwendet werde. Die indirekte Presseförderung gehöre nicht dazu. «Es werden aber derzeit verschiedene Optionen geprüft, wie die Medien inklusive Presse in Zukunft besser unterstützt werden könnten. Dazu werden auch Gespräche mit den Akteuren geführt», erklärt Meier.

Die Radio- und TV-Abgabe bringt pro Jahr rund 1,4 Milliarden Franken ein. Davon gehen 1,2 Milliarden an die Sender der SRG, 80 Millionen fliessen an private regionale Fernseh- und Radiostationen (persoenlich.com berichtete). Ein Teil des restlichen Betrags soll nach der Vorstellung der privaten Verleger künftig für die sogenannte indirekte Presseförderung eingesetzt werden. Die Ausweitung dieser Subventionierung wird von der Politik unterstützt.

Die Präsidentin der Fernmeldekommission des Nationalrats, Edith Graf-Litscher sagt der «NZZ am Sonntag», die Einsicht habe sich durchgesetzt, dass sich Journalismus nicht mehr ganz auf dem Markt finanzieren lasse. Die Frage sei jetzt nur, welchem Topf das zusätzliche Geld für die Presse entnommen werde. Die Alternative zum Geld aus dem SRG-Topf ist eine Anpassung des Postgesetzes. Damit würde die Post dazu gezwungen, die Preise für die Zustellung der Zeitungen zu senken. (pd/eh)

 



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Kommentare

  • Giuseppe Scaglione, 03.03.2019 13:51 Uhr
    Wer hat noch nicht, wer will auch mal? Offenbar läuft gerade eine grosse Geldverteilungsaktion. Da können alle die hohle Hand beim Staat machen - auch Milliardenkonzerne. Also los, das Rennen ist eröffnet. Die Zustellung von Zeitungen (und somit von Papier, das ein paar Stunden später zu Altpapier wird) müsste eigentlich nicht billiger, sondern teurer werden. Seltsam, dass man diesbezüglich von den Grünen nichts hört...Aber Politiker halten halt gerne Papier in den Händen, wenn ihre Köpfe drauf sind. Ohne Zweifel, Informationen sind für das Funktionieren einer Demokratie wichtig. Aber warum braucht es heute noch Papier dazu? Schon mal was von Internet gehört? Über Politiker, die sich für einen solchen Strukturerhaltungsblödsinn von den Verlegern einspannen lassen, kann man nur den Kopf schütteln - und sich für die nächsten Wahlen ihren Namen merken.
  • Robert Weingart , 03.03.2019 17:26 Uhr
    Herr Supino soll zuerst mal Journalismus bei Tamedia querfinanzieren bevor er an die öffentlichen Honigtöpfe geht. Eine Frechheit sondergleichen.
  • Arthur Meyer, 04.03.2019 11:03 Uhr
    Supinos neue Dreigroschenoper: der Milliardär als Bettler!
  • Ralph Gloor, 04.03.2019 14:04 Uhr
    Dann könnten wir doch auch gleich noch Pferdekutschengespanne für den Innerstädtischen Verkehr subventionieren... Oder Strassenlaternen mit Schalter einrichten so dass wieder ein Gasman vorbeigehen kann um sie An- und Auszustellen.... Ich verstehe ja schon das Geld verblendet - aber so Realitätsfern..... Kannst du dir nicht ausdenken

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