13.12.2019

Tamedia

«Wir werden Videos in Querformat produzieren»

Kurz vor dem Start von Blick TV startet 20 Minuten eine Bewegtbild-Offensive. Bis im Sommer 2020 soll das Videoteam um zwölf Stellen wachsen. Chefredaktor Gaudenz Looser spricht über seine Pläne und sagt, warum er dabei nicht nur auf das Smartphone setzt.
Tamedia: «Wir werden Videos in Querformat produzieren»
«Wenn es die Situation erfordert, stelle ich mich jederzeit vor die Kamera», sagt Gaudenz Looser, Chefredaktor von 20 Minuten. (Bild: zVg.)
von Michèle Widmer

Herr Looser, 20 Minuten hat am Donnerstag eine Bewegtbild-Offensive vorgestellt und startet bereits in wenigen Tagen. Seit wann tüfteln Sie daran oder ist das eher ein spontaner Versuch?
Bewegtbild ist der grösste Wachstumsbereich von 20 Minuten. Das Bedürfnis und die Nachfrage nach digitalen (Live-)Videoinhalten steigt markant. Wir haben schon vor drei Jahren damit begonnen, die Kompetenzen der gesamten Redaktion im Bereich Video kontinuierlich auszubauen und vor etwas mehr als einem Jahr mit Beat Krapf, dem Leiter des Videoteams, einen ausgewiesenen Spezialisten an Bord geholt. «Video first» ist die gezielte Weiterentwicklung unserer Bewegtbild-Strategie und gleichzeitig auch die natürliche Fortsetzung unserer konvergenten Arbeitsweise.

Wird es regelmässige News-Sendungen geben? Und dafür einen eigenen Platz auf der Website?
Der Hauptfokus unseres News-Videoteams ist nachfrageorientiert. Das heisst, wichtig ist Bewegtbild vor allem dann, wenn etwas passiert. Und zwar wenn immer möglich live. Aber ja, es sind auch Nachrichtenformate geplant.

«Wir thematisieren das, was interessiert»

Ein Tramunfall in Zürich-Wiedikon oder die Wahlen in den USA: Wo setzen Sie in der Video-Newsberichterstattung den Fokus?
Auch hier gilt: Wir arbeiten nachfrageorientiert. Wir thematisieren das, was interessiert.

Blick TV setzt voll und ganz auf Smartphones. 20 Minuten soll auch auf Smart TV zu sehen sein. Warum?
20 Minuten ist das grösste Newsmedium, und auch im Bereich Mobile sind wir klar führend. Die Nutzung von Smart TV Apps hat deutlich zugenommen und wir sehen hier deutliches Potential zur weiteren Reichweitensteigerung.

Hoch- oder Querformat: In welchem Format wird Ihr Team die Videos aufnehmen?
Der Trend geht klar in Richtung Hochformat, wir werden aber auch weiterhin Videos in Querformat produzieren.

Sie senden aus einem Studio mit Glaswänden direkt aus dem Newsroom. Warum braucht es eine solche Glaswand?
Weil sie Nähe zu unseren Usern und Authentizität schafft. Es geht nicht darum, mit digitalen Kulissen irgendeine Scheinwelt aufzubauen oder sonstwie lineares TV zu imitieren, sondern darum, interessante Inhalte dem Publikum in Echtzeit zugänglich zu machen. Der schlanke und transparente Weg scheint uns dafür der geeignetste.

«Es geht um die Inhalte, nicht um Personen»

Blick TV hat 48 Journalistinnen und Journalisten angestellt. Wie viele neue Stellen schaffen Sie für die Video-Offensive?
Die 20-Minuten-Redaktion wird bis Sommer 2020 mit rund zwölf Mitarbeitenden ergänzt.

Und wie schaut es mit der Moderation aus: Suchen Sie zurzeit bekannte Gesichter dafür? Was müssen die Kandidaten mitbringen?
Die Moderation übernehmen geschulte Journalisten aus der Redaktion. Auch hier gilt: Es geht um die Inhalte, nicht um Personen.

Am Samstag schrieb die Schweiz am Wochenende, dass Sie bei Blick TV Talente abwerben. Ist es denn schwierig gute Videojournalisten zu finden?
Ich habe bis jetzt nicht den Eindruck, dass es schwierig ist. Aber es arbeiten sicher auch gute Leute bei Ringier.

Warum ist 20 Minuten die attraktivere Arbeitgeberin als Blick TV?
Ich glaube, das kann man nicht so pauschal behaupten. Sicher ist: Wir haben unterschiedliche Projekte und unterschiedliche Kulturen. Bei beidem dürfte es individuelle Vorlieben geben.

Werden Sie selber auch zu sehen sein in den Videoformaten?
Geplant ist nichts, aber wenn es die Situation erfordert, stelle ich mich jederzeit vor die Kamera.

Gaudenz Looser hat die Fragen schriftlich beantwortet.



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