22.09.2016

SRF

«Zambo» wird aus TV-Programm gekippt

Das Kinderprogramm gibt es ab Ende Oktober nur noch im Radio und Internet. Der Marktanteil ist zu bescheiden und der Altersdurchschnitt mit 53 Jahren deutlich zu hoch. Sechs Mitarbeiter verlieren ihre Stelle.
SRF: «Zambo» wird aus TV-Programm gekippt
Findet künftig nur noch im Radio und Internet und nicht mehr auf SRF 1 statt: Das Kinderprogramm «Zambo». (Bild: SRF)

Das Kinderprogramm «Zambo», bis anhin von Montag- bis Freitagnachmittag im Programm von SRF 1, findet ab Ende Oktober nur noch auf den Vektoren Online und Radio statt. Damit komme SRF den veränderten Nutzungsgewohnheiten nach: Eltern suchen geeignete Bewegtbildangebote für die Kinder zeitlich und örtlich unabhängig im Internet, wie es in einer Mitteilung heisst.

«Unsere vielen tollen Eigenproduktionen haben im linearen TV nicht das Interesse erhalten, das sie verdienen», sagt Stefano Semeria, Leiter Junge Zielgruppen, auf Anfrage von persoenlich.com. Mit 2,8 Prozent (durchschnittlicher MA 2015), was 9000 Zuschauern entspricht, sei der Marktanteil eher bescheiden gewesen. «Vor allem aber wurde die Zielgruppe nicht erreicht. Der Altersdurchschnitt lag bei 53 Jahren», so Semeria.

«Guetnachtgschichtli» bleibt im Fernsehen

Gleichzeitig mit der Bündelung des «Zambo»-Angebots im Web werden in den nächsten Monaten neue audiovisuelle Formate lanciert sowie bisherige Inhalte weiterentwickelt. «Die bestehenden Videoproduktionen, seien es Eigenproduktionen oder auch Einkäufe, werden im Internet noch besser sichtbar», sagt Semeria weiter.

Im Fernsehen gibt es weiterhin punktuell «Zambo»-Schwerpunkte, beispielsweise mit der 43-minütigen geführten Reportage «Pätagei in Südafrika» an den Feiertagen 2016.

Das «Guetnachtgschichtli» um 17.30 Uhr bleibt bestehen. Semeria: «Für viele Familien ist es ein liebgewordenes Ritual, vor dem Nachtessen das Guetnachtgschichtli zu schauen.» Zudem eigne sich für die ganz Kleinen die herkömmliche Nutzung im linearen TV besser als dies bei einem Online-Angebot der Fall wäre.

3,8 Vollzeitstellen betroffen

Von der Neuausrichtung beim Kinderprogramm sind sechs Mitarbeitende (3,8 Vollzeitstellen) betroffen, die bereits im Frühling in persönlichen Gesprächen informiert wurden. Der Sozialplan kommt zum Einsatz. «Wie in solchen Fällen üblich, wurde die Gewerkschaft über die geplanten Massnahmen vorinformiert», so Semeria weiter. Bei der Neuausrichtung handle es sich aber nicht um eine Sparmassnahme.

«Herzensbrecher» statt Kinderprogramm

Romanzen und romantische Komödien würden sich beim Fernsehpublikum einer grossen Beliebtheit erfreuen, heisst es in der Mitteilung weiter. SRF baut das Angebot deshalb aus. Ab Ende Oktober sind die Spielfilme nach Geschichten von Rosamunde Pilcher, Katie Fforde und anderen jeden Wochentag um 14.55 Uhr auf SRF 1 im Programm.

Umrahmt werden die Filme von deutschen Serien: Um 13.30 Uhr zu sehen ist weiterhin «In aller Freundschaft». Auf einem neuen Serienplatz auf SRF 1 um 16.35 Uhr – anstelle von «Zambo» – nimmt SRF ab dem 31. Oktober erstmals die Serie «Herzensbrecher» ins Programm auf. Den Abschluss des Nachmittagsprogramms bildet wie bis anhin um 17.40 Uhr die rätoromanischen Nachrichten «Telesguard».

Auch Samstag wird verändert

In neuer Form präsentiert sich auch der Samstagnachmittag auf SRF 1, mit Wiederholungen von «SRF bi de Lüt» und «Aeschbacher» sowie einem fixen Sendeplatz für «Fenster zum Sonntag» um 16.40 Uhr. Bislang war die von Alphavision produzierte Sendung auf SRF zwei zu sehen, wobei sich die Sendezeit nach dem Livesport richtete. (pd/cbe)

 



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