17.12.2017

CRK

«Wir wollen clevere Kommunikation machen»

cR Kommunikation, Mémo Kommunikation und Lichtspiele fusionieren. Die neu 30-köpfige Agentur heisst CRK und will Campaigning, Lobbying, Branding, Werbung, Digital-Marketing und Film unter einem Dach vereinen. Patrick Marty erklärt, was das bringt und wie er sich zeitgemässe PR vorstellt.
CRK: «Wir wollen clevere Kommunikation machen»
Patrick Marty ist Partner bei der neuen Agentur CRK. (Bild: zVg.)
von Edith Hollenstein

Herr Marty, darf man überhaupt zu diesem Schritt gratulieren oder handelt es sich um eine Massnahme, zu der Sie sich aufgrund von Spardruck entschieden haben?
Natürlich dürfen Sie gratulieren. CRK ist ein wichtiger Entwicklungsschritt für uns. Wir bündeln die Kompetenzen, die für anspruchsvolle Kommunikationsprojekte und Kampagnen nötig sind. Eben Kommunikation, Kreation und Kino.

Wie setzt sich die neue Geschäftsleitung zusammen?
Die Geschäftsleitung bilden Stefan Batzli, Moritz Staehelin, Tanja Hollenstein, Rahel Renggli und ich.

Wem gehört die Agentur CRK und zu welchen Anteilen?
Die Inhaber sind Stefan Batzli, Thomas Löhrer, Oliver Wimmer, Moritz Staehelin, Andreas Mesmer und ich.

Sie haben jetzt bereits mit Mémo und Lichtspiele zusammengearbeitet, wie Sie in einer Mitteilung schreiben. Warum war denn eine Fusion nötig?
Es geht um weit mehr als bloss zusammenzuarbeiten. Zusammendenken, zusammengehören und uns als Team zu fordern. So wollen wir clevere, erfolgreiche Kommunikation machen.

So wie ich das verstehe, übernimmt Ihre Agentur cR Kommunikation die Basler Agentur Mémo, also circa acht zusätzliche Mitarbeiter. Lichtspiele mit zwei Mitarbeitenden, davon eine gemeinsam mit cR, gehört ja bereits zu cR Kommunikation. Stimmt das?
Es ist keine Übernahme, sondern ein Zusammenschluss unter ein gemeinsames Dach. Drei Unternehmen formen zusammen die Agentur CRK. Sie sind in unterschiedlichen Beteiligungsverhältnissen im Besitz der Partner von CRK.

Sie wollen mit Campaigning, Public Affairs, Branding, Werbung, Digital-Marketing und Filmproduktion sozusagen von A bis Z die gesamte Palette an Kommunikationsdienstleistungen anbieten. Das tönt nach von «allem ein wenig, aber nichts richtig».
Jedes Unternehmen verfügt über ausgewiesene Kompetenzen in seinem angestammten Bereich. CRK bringt diese nun zusammen, weil sie zusammengehören. Beispielsweise braucht jede Abstimmungskampagne eine kreative Idee im Zentrum. Zusätzliche Kraft gewinnt sie durch das bewegte Bild als Träger von Botschaften.

Was bekommt man denn von Ihnen im Bereich Digital-Marketing?
CRK ist in der Lage, den gesamten Weg der digitalen, aber auch analogen Customer Journey abzudecken. So motivieren wir bekannte und unbekannte Personen zu einem gewünschten Entscheid – sei es ein Einkauf, eine Konferenzteilnahme oder eine Wahlentscheidung.

Zählen Sie Ihre Agentur auch künftig zu den PR-Agenturen oder zu einer anderen Kategorie?
Kategorien sind uns nicht so wichtig. PR bleibt aber ein Schwerpunkt unserer Arbeit.

Im letzten «Journalist»-Ranking wurde cR Kommunikation als «brav» und «solid» bezeichnet. Und was genau, denken Sie, ist mit «staatsnah» gemeint?
So ganz genau weiss wohl nur der Urheber dieser Aussage, was er damit meinte (lacht). Es muss damit zu tun haben, dass Bundesämter, kantonale Verwaltungen und politische Organisationen zu unseren Kunden gehören.

Welches waren Ihre grossen Etats dieses Jahres?
Die Abstimmungskampagne zur Energiestrategie war sehr intensiv. Auch die Lancierung der SwissID Anfang Jahr zählte zu den grösseren Posten. Genauso wie das Stücki Shopping Center in Basel. Immer noch aktuell ist das Projekt «Zukunft Bahnhof Bern» sowie die nationale Kampagne zur Förderung von Grundkompetenzen. Und nicht zu vergessen die Webserie «Die Bauhelden», die wir im Auftrag des Baumeisterverbandes realisiert haben.

Ist daneben noch immer die gute alte Medienmitteilung das Instrument Nummer eins – oder anders gefragt: Was zeichnet aus Ihrer Sicht moderne PR aus?
Die Elemente erfolgreicher PR erweisen sich als sehr beständig. Verständnis des Marktumfeldes, die richtige Botschaft für die richtige Zielgruppe im richtigen Kontext. Das alles gilt auch heute noch. Entwickelt haben sich meines Erachtens zwei Bereiche: Die Analyse ist heute datengestützt. Durch Small und Big Data verstehen wir sehr viel besser, was Kunden zu einem bestimmten Entscheid motiviert oder welche politischen Botschaften, beim wem gut ankommen.

Und zweitens?
Die Digitalisierung hat insbesondere durch Social Media zu einer Tempoverschärfung bei der Deutung von Inhalten gefühlt. Moderne PR sollte hier Orientierung bieten und diesen Pluralismus von Kanälen und Meinungen für sich nutzbar machen.

Welche Trends der Branche werden für Ihre Agentur 2018 relevant sein?
Die Digitalisierung bleibt der wichtigste Treiber für unsere Branche. Sie eröffnet uns Chancen, besser, effektiver zu kommunizieren. Sie stellt aber auch unsere Berufsbilder zur Disposition. Um an Ihre vorherige Frage anzuknüpfen: Medienmitteilungen könnten in einer nicht allzu fernen Zukunft von Software-Programmen geschrieben werden. Auf solche Entwicklungen müssen wir uns einstellen. (eh)



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Kommentare

  • Peter Metzinger, 18.12.2017 08:28 Uhr
    Wie wird hier Campaigning definiert, in Abgrenzung zu den anderen Angeboten?

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