Da schaut jeder hin: Donald Trump, der mächtigste Mann der Welt, hält den «Blick» in den Händen, signiert die erste Seite und daneben steht Christian Dorer, Chefredaktor der Blick-Gruppe (persoenlich.com berichtete).
Gut gemacht. Das ist Boulevard! Guter Boulevard wird zum Thema, fängt dort an, wo die anderen Medien mit dem Thema aufhören. Boulevard hat man im Blut, oder nicht. Als Macher und Leser. Und wenn jetzt in der Schweizer Medienwelt auch das noch zum hinterfragten Thema werden soll – oder schon geworden ist –, dann hat man gar nichts verstanden. Boulevard kann nicht gleichgültig lassen. Er soll anregen und erregen. Von Kopf bis Fuss und in der Mitte. Sonst ist er nicht nötig, sonst ist er normale Zeitungskost mit grossen Buchstaben.
Christian Dorer, nicht zum ersten Mal, hat gezeigt, wie man es macht – und wie man es machen kann. «‹Blick› ist dabei» – dieser Slogan prägte meine Jugend. Noch lange bevor andere Medien neue Wege gingen, zeigte der «Blick», dass es auch anders geht. Und der «Blick» von heute kann nur bei den Lesern grosse Beachtung finden, wenn er «back to the roots» geht. Man ist dabei, man fällt auf, man ist sehr nahe am Thema.
Das alles ist aufwendig. Man muss die Redaktion-Räume verlassen, an Ort und Stelle sein – und nicht immer kommt man an die grosse Story, an das grosse Bild. Redaktionsräume? Sorry – das heisst jetzt Newsroom! Aber die News hat man oft nur, wenn man sie auch macht. Das kostet Geld, das die Schweizer Verlagshäuser auch früher nicht so gerne ausgegeben haben! Nicht immer ist der Chef, hier Christian Dorer, am Ort des Geschehens. Wäre man öfters dabei, wie einst, hätte man öfter die guten Themen.
Gut gemacht, lieber «Blick».
Pierre Rothschild ist freier Medienunternehmer in Zürich, in den Bereichen Film-Produktion und Presse.
Unsere Kolumnisten vertreten ihre eigene Meinung. Sie deckt sich nicht in jedem Fall mit derjenigen der Redaktion.
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01.02.2018 10:20 Uhr
29.01.2018 16:54 Uhr
29.01.2018 09:32 Uhr
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28.01.2018 15:12 Uhr



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WEF 2018: «Blick» ist dabei