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Ellen, Fritz und Fränzi

Pierre Rothschild

Vielleicht ist «Fritz+Fränzi» ein Zeitschriftentitel, der von Anfang an einiges erschwerte. Denn wenn man aufklären will, dann macht man das in der Universitäts- und ETH-Stadt Zürich doch nicht so. Mehr Respekt, weniger Comic-Sprache.

Aber Ellen Ringier wollte neue Wege gehen, als sie genau vor 20 Jahren mit einigen treuen Weggefährtinnen die Idee hatte, die Sorgen und Probleme mit dem Nachwuchs dieser Welt zu thematisieren. Und auch die Freuden. 

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Und ist das schwer? Zwischen Sandkasten und ersten Love Stories der Kinder zu berichten, zu analysieren? Und ist es schwer, in den lauten Worten der Jugend den stillen Sinn zu finden? Ja. Sehr schwer. Denn man stösst bei den Lesern, bei den Eltern, in eine tiefe Privatsphäre vor.  

Aber Ellen Ringier hat alles geschafft. Wenn seit Monaten die Schweizer Leserdaten nach unten zeigen, hält ihr Blatt die Reichweite und Auflage (persoenlich.com berichtete). Mehr noch, man legt zu. Die Verlegerin ist ein Gegenteil für alle, die Misserfolge nur in die digitale Welt abschieben wollen. 

Ellen Ringier ist die Kerze, die an zwei Enden brennt. Für ihr Blatt ist sie überall aktiv: Redaktion, Leser, Inserenten – sie alle entgehen dem klugen und stets gütigem Blick der Juristin nicht. Immerhin: Nach den ersten do-it-yourself-Jahren hat sie heute ein professionelles Team an ihrer Seite.

«You have to go the extra mile», sagt man in den USA. Und Ellen Ringier ist in den vergangenen zwei Jahrzehnten tausende von Meilen gegangen, um ihr Blatt zu einem sicheren Wert zu machen. 20 Jahre «Fritz+Fränzi»: das sind 167 Hefte und rund 4500 Beiträge.

Für Ellen Ringier  ist jeder guter Text eine aufrichtige Form der Lebenshilfe. Das merkt der Leser. Das merkt man, wenn man mit dieser grossartigen Frau spricht, die man  bewundern muss. Stets und immer. Für 20 Jahre «Fritz+Fränzi» und für so vieles mehr.


Pierre Rothschild ist freier Medienunternehmer in Zürich in den Bereichen Filmproduktion und Presse.

Unsere Kolumnistinnen und Kolumnisten vertreten ihre eigene Meinung. Sie deckt sich nicht in jedem Fall mit derjenigen der Redaktion.

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