28.01.2018

Online-Werbemarkt

Die Giganten sahnen in der Schweiz kräftig ab

Google und Facebook haben 2017 hierzulande schätzungsweise 1,12 Milliarden Franken eingenommen. Dies entspricht 62 Prozent Marktanteil vom Onlinekuchen. Politiker wollen die Einnahmen besteuern und damit einen Medienfonds äufnen.
Online-Werbemarkt: Die Giganten sahnen in der Schweiz kräftig ab
Alleine Google – im Bild der Standort Zürich – soll 2017 gemäss Schätzungen in der Schweiz eine Milliarde Franken eingenommen haben. (Bild: Google)

Zusammen 1,12 Milliarden Franken haben Google und Facebook 2017 im Schweizer Online-Werbemarkt verdient. Damit kommen die Giganten auf 62 Prozent Marktanteil, bei einem Gesamtvolumen von 1,8 Milliarden Franken. Das zeigen Schätzungen von Media Focus und IAB Switzerland Association.

Alleine Google kam gemäss Media Focus auf eine Milliarde Einnahmen. «2017 hat Google gemäss Schätzungen von Media Focus eine Milliarde Franken eingenommen», sagt Roger Baur, Geschäftsleiter von IAB Switzerland Association, gegenüber der «Schweiz am Wochenende» (Artikel online nicht verfügbar). Die Einnahmen von Facebook schätzt Baur auf 120 Millionen Franken.

2016 umfasste der Search-Bereich, den Google mit 95 Prozent beherrscht, erst 450 Millionen Franken.

Besteuerung gefordert

Die Politik fordert nun Massnahmen. «Es braucht eine Besteuerung der Online-Werbeeinnahmen von Google und Facebook, in Form eines Prozentsatzes», sagt SP-Nationalrätin Ada Marra zur Zeitung. Dieses Geld soll in einen Medienfonds fliessen.

Ähnliche Forderungen erhebt in der «Schweiz am Wochenende» auch SP-Nationalrat Matthias Aebischer. «Es kann nicht sein, dass Milliarden verdient, wer am besten mit Algorithmen jongliert», sagt er. «Und der Staat muss dann dafür die Qualität finanzieren, weil Konzerne wie Google und Facebook keine soziale Verantwortung übernehmen.»

Noch befänden sich Google und Facebook in einem rechtsfreien Raum. «Sie werden aber künftig Abgaben machen müssen», sagt er. «Das ist nicht nur ein Problem in der Schweiz. Auch andere Länder haben das erkannt.» Aebischer weiter: «Analog zur Filmförderung könnte ein Teil der Abgaben von Google und Facebook für die Medien verwendet werden.» (pd/cbe)



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