20.01.2023

Alphabet

Google-Konzern streicht weltweit 12'000 Stellen

Angesichts der drohenden Rezession enlässt Alphabet massenhaft Mitarbeitende. Ob auch der Google-Standort in der Schweiz betroffen ist, bleibt unklar.
Alphabet: Google-Konzern streicht weltweit 12'000 Stellen
Google und Meta verdienen ihr Geld fast ausschliesslich mit Onlinewerbung – und bekamen die Sparsamkeit grosser und kleiner Unternehmen zu spüren. (Bild: Keystone/Caroline Brehman)

Die Corona-Pandemie brachte dem Geschäft der Online-Riesen einen kräftigen Schub und sie stellten in grossem Stil neue Mitarbeiter ein. Nach der Abkühlung der Konjunktur kündigen die Konzerne einer nach dem anderen einen massiven Stellenabbau an.

Als nächstes Schwergewicht der Tech-Branche hat der Google-Mutterkonzern Alphabet tausende Arbeitsplätze gestrichen. Weltweit werden rund 12'000 Jobs wegfallen, wie Firmenchef Sundar Pichai am Freitag in einem Blogbeitrag schreibt.

Das entspricht rund sechs Prozent der Belegschaft. Mitarbeitende in den USA wurden bereits über die Kündigung informiert. «In anderen Ländern wird dieser Prozess aufgrund der lokalen Gesetze und Praktiken länger dauern», schreibt Pichai weiter.

Ob und wie viele Stellen in der Schweiz von den Streichungen betroffen sein werden, konnte Google auf Anfrage der Nachrichtenagentur AWP nicht sagen. Google ist seit 2004 in Zürich mit mehreren Büros vertreten. Nach eigenen Angaben beschäftigt der Technologiekonzern in der Limmatstadt mehr als 5000 Personen aus mehr als 85 Nationen.

Auch andere Techgrössen streichen massiv Stellen

Erst diese Woche hatte auch Microsoft die Streichung von 10'000 Stellen angekündigt (persoenlich.com berichtete). Davor gab Amazon den Abbau von 18'000 Jobs bekannt und der Facebook-Konzern Meta von 11'000 Stellen.

Zuletzt verlangsamte sich die Geschäftsentwicklung bei den Tech-Riesen unter anderem wegen der Konjunktursorgen und der hohen Inflation. Google und Meta verdienen ihr Geld fast ausschliesslich mit Onlinewerbung – und bekamen die Sparsamkeit grosser und kleiner Unternehmen zu spüren. Bei Amazon schlugen neben der gesunkenen Kaufbereitschaft der Verbraucher die steigenden Logistik-Kosten zu Buche.

Anpassung an die sich abkühlende Konjunktur

Die Entscheidung zum Jobabbau laste schwer auf ihm, schrieb Pichai. «Und ich übernehme die volle Verantwortung für die Entscheidungen, die uns hierher geführt haben.» Nach dem «dramatischen Wachstum» inder Pandemie habe man «in einer anderen wirtschaftlichen Realität als heute» die Belegschaft aufgebaut.

Beim Ausmass der Kürzungen liegt Alphabet in etwa auf dem Niveau von Microsoft, wo knapp fünf Prozent der Arbeitsplätze wegfallen. Meta strich sogar 13 Prozent der Jobs. Bei Amazon mit seinen 1,5 Millionen Beschäftigten vor allem in Logistikzentren machen 18'000 Jobs nur einen kleinen Anteil aus, treffen aber stark die Büro-Arbeitsplätze. Für sich allein steht Twitter, wo Tech-Milliardär Elon Musk als neuer Besitzer gleich etwa die Hälfte der rund 7000 Mitarbeiter entliess.

Kerngeschäft weniger betroffen

Pichai deutete an, dass bei Alphabet Bereiche ausserhalb des Kerngeschäfts stärker betroffen sein werden: Man wolle die Belegschaft an die zentralen Prioritäten des Konzerns anpassen. Dazu gehört vor allem der vor einigen Jahren beschlossene Fokus auf die Entwicklung künstlicher Intelligenz.

Eine Besonderheit von Alphabet ist, dass Google praktisch die gesamten Erlöse erwirtschaftet und damit unter dem Konzerndach Zukunftsprojekte wie Robotaxis der Firma Waymo oder Lieferdrohnen mitfinanziert. Diese Bereiche lässt sich Alphabet Milliarden kosten, versucht aber schon seit einiger Zeit, die Ausgaben unter Kontrolle zu bringen. (awp/sda/dpa/mj)



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