Das Schweizer Stimmvolk will keine private E-ID, die vom Staat lediglich kontrolliert wird. Das entsprechende E-ID-Gesetz wurde am Sonntag deutlich abgelehnt (persoenlich.com berichtete).
«Das Nein bedeutet eine verpasste Chance», sagt Marc Walder, CEO von Ringier und Gründer der Standortinitiative Digitalswitzerland, auf Anfrage von persoenlich.com. Die Vorlage hätte laut Walder eine selbstbestimmte, digitale Identität geschaffen – und mehr Rechtssicherheit bei der Identifikation der Bürgerinnen und Bürger im Internet garantiert. «Auf der Nein-Seite drehte sich alles um die Thematik der Zusammenarbeit Staat/Private. Dieses Nein wirft den Standort Schweiz weiter zurück.»
Jedoch: «Eine Schweizer E-ID muss das Ziel der Politik bleiben», so Walder weiter. «Im Interesse aller müssen wir nun eine mehrheitsfähige, anerkannte Schweizer Lösung erarbeiten.» Die Schweiz müsse sich anstrengen: «Im Bereich ‹Transformation des Gesundheitswesens›, ein Beispiel, liegt die Schweiz gemäss einer Studie der Bertelsmann-Stiftung im hintersten Viertel. Schlechter ist nur noch Deutschland, Frankreich und Polen.»
Digitalswitzerland beauftragte für die Pro-Kampagne zur E-ID die Agentur Furrerhugi. 1,5 Millionen Franken standen dafür zur Verfügung. (cbe)
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