06.12.2018

Universität Zürich

Wie sich die Mediennutzung in der Schweiz verändert

Das Handy als «digitales Sackmesser» oder unser Sozialleben, das zunehmend online stattfindet: In einem Informationsclip werden aktuelle Entwicklungen beim Medienkonsum präsentiert. Michael Latzer, Professor für Medienwandel, ordnet die Forschungsergebnisse ein.
von Anna Sterchi

«Funktioniert dein Alltag noch ohne Internet?», so der kritische Denkanstoss, den die Zuschauer am Ende des Kurzvideos zum Medienwandel in der Schweiz mit auf den Weg bekommen. Bei den meisten Zuschauenden dürfte diese Frage verneint werden. Denn wie der Informationsfilm eingangs erklärt, nutzen rund 90 Prozent der Schweizer Bevölkerung ab 14 Jahren das Internet. «Tendenziell funktioniert der Alltag für den Grossteil der Bevölkerung ohne Internet nicht mehr, jedenfalls nicht so wie gewünscht und wie gewohnt», sagt Michael Latzer, Professor für Medienwandel und Innovation an der Universität Zürich, gegenüber persoenlich.com.

Komplexe Studien komprimiert auf fünf Minuten

Im rund fünfminütigen Video werden weitere Forschungsergebnisse präsentiert. Produziert hat der Clip die Abteilung Medienwandel & Innovation des Instituts für Kommunikationswissenschaft und Medienforschung (IKMZ) der Universität Zürich. Das Video fasst wissenschaftliche Befunde zusammen, geht auf gegenwärtige Entwicklungen ein und bietet Anstoss für Diskussionen über die Digitalisierung und ihre Auswirkungen, wie das IKMZ in einer Mitteilung schreibt.

Die Themen reichen vom Internetnutzungsverhalten der Schweizer Bevölkerung über die Dominanz von US-Internetgiganten bis hin zur Bedeutung automatisierter, algorithmischer Entscheidungen für den Alltag.

Auch thematisiert das Kurzvideo die negativen Auswirkungen der Internetnutzung: «Am meisten hat uns überrascht, dass 30 Prozent der Schweizer Bevölkerung und gar 60 Prozent der Jungen ihre Internetnutzung als übermässig empfinden – und dass wir statistisch zeigen konnten, dass dies mit einem deutlich geringeren allgemeinen Wohlbefinden der betroffenen Personen verbunden ist», so Latzer.

Mit dem Kurzvideo würden die Medienforscher vor allem auf jene Personen zielen, welche sie mit ihren wissenschaftlichen Publikationen in den traditionellen Medien nicht erreichten. «Der Video schliesst an unsere Clips von 2010 und 2014 an, die alleine auf YouTube zusammen knapp 100‘000 Views hatten. Mit den Kurzfilmen wollen wir vor allem den Nachdenk- und Diskussionsprozess anstossen», hält Latzer fest.


Credits: Prof. Dr. Michael Latzer (Gesamtleitung), Noemi Festic, Benjamin Gerwoll-Ronca, Julian Wallace, Kevin Witzenberger (Projektleitung), Benjamin Gerwoll-Ronca, Kiran Kappeler, Julian Wallace, Kevin Witzenberger, Luca Gnos, Tanja Rüedy, Michael Reiss (Recherche), Matyas Fabian (Animation), Luca Gnos, J.A.Y.F.O.X. (Musik).

 



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