09.06.2019

Schweizer Film

Schutzquote stösst auf Widerstand

Schweizer Filmschaffende fordern: Jeder fünfte Film, der in diesem Land gezeigt wird, soll aus heimischem Schaffen stammen. Kritiker sagen, dass diese Forderung übers Ziel hinausschiesse.
Schweizer Film: Schutzquote stösst auf Widerstand
Eine Quote soll den Schweizer Film populär machen. (Bild: Pixabay/Robert Lischka)

In der anstehenden Revision des Filmgesetzes soll eine Schutzquote verankert werden. Das fordert der Branchenverband «Swiss Fiction Movement», wie die «NZZ am Sonntag» berichtet. Man wolle damit die Verfügbarkeit des hiesigen Filmschaffens sicherstellen, begründet Joël Jent, Filmproduzent und Vizepräsident des Verbands, seinen Vorstoss.

Die 20-Prozent-Quote für Schweizer Filme soll auf allen Verbreitungskanälen gelten: Kino, Fernsehen, Pay-TV und Streamingdienste wie etwa Netflix. Derartige Quotenmodelle gibt es in diversen Ländern, um eigenes Filmschaffen vor Hollywood zu schützen. Die EU wiederum will per Richtlinie die Streaming-Anbieter verpflichten, ihr Angebot zu 30 Prozent mit Filmen aus Europa zu bestücken.

Cinésuisse-Präsident Matthias Aebischer begrüsst, dass der Bundesrat die Richtlinie in die Kulturbotschaft 2021 bis 2024 aufgenommen hat. In der «NZZ am Sonntag» verlangt der Nationalrat, «dass daneben auch eine 20-Prozent-Quote für Schweizer Filme steht». Der Marktanteil des Schweizer Films liegt seit Jahrzehnten deutlich unter zehn Prozent.

«Die Idee ist interessant, aber für uns nicht umsetzbar», wird Sven Wälti, Leiter Film bei der SRG, in der Zeitung zitiert. «Es ist unmöglich, bei unserem 24-Stunden-Programm 20 Prozent Schweizer Filme zu zeigen.» Und auch Annina Merk, Mediensprecherin von Swisscom, sagt: «Wir bieten via Teleclub on Demand fast alle Schweizer Filme an, die wir bekommen. Allerdings reicht dies nicht für einen Anteil von 20 Prozent, weil dafür in der Schweiz schlichtweg zu wenige Filme und Serien produziert werden. Eine starre Quote ist darum aus unserer Sicht nicht sinnvoll.»

Während die SRG und die Kinos die Vorgaben als «nicht umsetzbar» erachten, stossen sich Kritiker an möglichen Sanktionen und Bussen, die der Entwurf vorsieht. (pd/cbe)

 



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