14.03.2023

gfm Trendtagung 2023

Dominique von Matt spricht über Metaverse und KI

Der Präsident der Gesellschaft für Marketing hat im Aura in Zürich die 200 Teilnehmenden in das Tagesthema «Navigating the New Virtual» eingeführt. Zum Abschluss empfahl er dem Publikum eher einen Joint in der Pause statt dem häufigen Blick aufs Smartphone.
gfm Trendtagung 2023: Dominique von Matt spricht über Metaverse und KI
«AI wird uns schon früher im Alltag prägen, weil der Zugang durch generative AI durch ChatGPT und andere visuelle Anwendungen plötzlich ganz einfach geworden ist», sagte gfm-Präsident Dominique von Matt im Aura. (Bild: Gian Kaufmann)
von Michèle Widmer

Am Dienstag haben sich Vertreterinnen und Vertreter der Marketingbranche an der gfm Trendtagung getroffen. Über 200 Teilnehmende kamen im Aura in Zürich zusammen, um sich zu vernetzen und über die Bedeutung sowie die Folgen von Metaverse oder künstliche Intelligenz zu diskutieren. «Navigating the New Virtual» lautete das Motto des Tages.

Dominique von Matt, Präsident der Gesellschaft für Marketing (gfm), eröffnete die Veranstaltung vor vollen Reihen. Das Metaverse werde unsere Welt so stark verändern, wie es das Smartphone getan habe – dies vielleicht später als gedacht, aber dafür wohl stärker als vermutet, sagte er zum Anfang seiner Ansprache. Die Plattform Roblox, die fast alle Eigenschaften eines Metaverse vereine, habe weltweit über 65 Millionen tägliche Nutzerinnen und Nutzer. In der Schweiz würden 30 Prozent von den 15- bis 79-Jährigen regelmässig jede Woche gamen. Mit dem boomenden Gaming vergrössere sich die Absprungbasis ins Metaverse, so von Matt.

Das Metaverse wurde in der Aktualität von der künstlichen Intelligenz überholt – dies hielt auch der gfm-Präsident im Aura fest. «AI wird uns schon früher im Alltag prägen, weil der Zugang durch generative AI durch ChatGPT und andere visuelle Anwendungen plötzlich ganz einfach geworden ist», sagte er auf der Bühne. Währenddessen würde man beim Metaverse noch auf brauch- und bezahlbare Technologien sowie die Verbindung der einzelnen Metaverse-Welten warten. Es zeige sich einmal mehr: «Die Convenience bestimmt die Adaptionsgeschwindigkeit in der breiten Bevölkerung.»

Welches Mindset brauchen Unternehmen, um erfolgreich zu navigieren? Dazu blickte von Matt nach Israel, das punkto Bevölkerung, Arbeitslosenquote oder Lebensunterhaltungskosten mit der Schweiz vergleichbar ist. «In Israel haben Start-ups signifikant höhere Erfolgschancen. Die ersten zwei Jahre übersteht dort eins von sieben Jungunternehmen. International ist das eines von zehn.» Die Schweiz könne also einiges lernen von Israel.

Nachfolgend nannte von Matt fünf Punkte. Erstens sollte in der Schweiz die Begeisterung für Tech-Berufe stärker geweckt werden. Zweitens sollten Schweizer Unternehmen vermehrt global und nicht nur an den Schweizer Markt oder den DACH-Raum denken. Etwas abschauen könnte sich die Schweiz laut von Matt auch beim Vernetzen. Die Start-ups in Israel würden intensiv miteinander kommunizieren und sich gegenseitig unterstützen. Bei Punkt vier sprach er Mäzene an, die Jungunternehmen unterstützen könnten. In Israel hätten solche die Institution Start-Up Nation Central geschaffen, die für Transparenz über die 7000 Start-ups im Land sorge. Als Letztes wünschte sich von Matt etwas mehr «Chuzpe» von den Unternehmen – was übersetzt «Kühnheit» und «Unverfrorenheit» bedeutet.

Von Matt schickte seine Gäste mit einem überraschenden Auftrag in die Tagung: «Versuchen Sie heute, möglichst selten das Handy zu nutzen. Dafür können Sie als Trost in den Pausen kiffen.» Es habe sich gezeigt, dass der IQ durch die stetige Unterbrechung durch den Blick aufs Smartphone um zehn Punkte sinke. Beim Cannabiskonsum sinke er nur um fünf Punkte. Es lohne sich, den Speakern auf der Bühne die volle Aufmerksamkeit zu geben, erläuterte von Matt.

Im Aura auf der Bühne standen Thorsten Hennig-Thurau (Universität Münster), Laura Meyer (CEO Hotelplan), Mirco Hecker (Brand Partnerships Lead Switzerland @TikTok) und Samuel Levy-Basse (Partner Prophet Singapore).



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