27.04.2022

Bernexpo Groupe

Geschäftsjahr 2021 von Pandemie beeinflusst

Trotz Strukturanpassungen, Kurzarbeit und striktem Kostenmanagement: Die Messebetreiberin kommt nur dank der Härtefallgelder von Bund und Kanton auf ein ausgeglichenes Jahresergebnis auf Gruppenebene.
Bernexpo Groupe: Geschäftsjahr 2021 von Pandemie beeinflusst
Der Umsatz der Bernexpo Groupe lag wie bereits im Vorjahr rund 50 Prozent unter den normalen Erträgen – weil im ersten Halbjahr 2021 keine Veranstaltungen mit Publikum möglich waren. (Bild: Keystone/Anthony Annex)

Aufgrund der Coronakrise und der behördlichen Auflagen musste die Bernexpo Groupe im ersten Halbjahr 2021 sämtliche physischen Eigen- und Gastveranstaltungen absagen oder verschieben. Dazu gehörte auch die traditionelle Frühlingsmesse BEA, welche somit zum zweiten Mal in Folge nicht stattfinden konnte. Mit der Suisse Public Smart und der Innoteq.Digital konnten zumindest zwei rein digitale Formate umgesetzt werden.

Im zweiten Halbjahr war es gemäss Mitteilung erfreulicherweise möglich, die Order- und Community-Plattform Ornaris, die Leitmesse für industrielle Automatisierung Sindex, die Berufs- und Bildungsmesse BAM, die Bildungs-Branchenplattform Swissdidac sowie den Suisse Caravan Salon erfolgreich durchzuführen. Die laut eigenen Angaben wichtigste Camping- und Caravaning-Veranstaltung der Schweiz verzeichnete sogar eine höhere Besucherzahl als im Jahr 2019.

Angepasste Organisationsform und Strukturen 

Im Verlauf des vergangenen Geschäftsjahres wurden laut Mitteilung weitere Kostensparmassnahmen umgesetzt sowie Strukturen und Prozesse entsprechend angepasst. «Wir haben die Krise genutzt, um unser Unternehmen auf Optimierungspotential zu prüfen, die Organisationsform zu adaptieren und alle Abläufe auf mehr Effizienz und eine höhere Profitabilität zu trimmen. Zusammen mit unserer überdurchschnittlichen Servicequalität schaffen wir damit für unsere Kundinnen und Kunden echte Mehrwerte und gehen gestärkt aus dieser anspruchsvollen Phase hervor», lässt sich Peter Stähli, Präsident des Verwaltungsrates der Bernexpo Groupe zitieren.

Schwieriges zweites Pandemiejahr 

Basierend auf dem Umstand, dass im ersten Halbjahr 2021 zwar digitale Formate, aber keine physischen Messen und Events umgesetzt werden konnten, lag der Umsatz wie bereits im Vorjahr rund 50 Prozent unter den normalen Erträgen. Der konsolidierte Umsatz der für das Geschäftsjahr 2021 beträgt 22,8 Millionen Franken. (Vorjahr CHF 24,4 Mio. Franken). Das Ebitda (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) beläuft sich auf ein Minus von 10,8 Mio. Franken (Vorjahr: Minus von 10,9 Mio. Franken) und das konsolidierte Jahresergebnis liegt dank der umfangreichen Härtefallentschädigungen bei 0,5 Mio. Franken (Vorjahr: Minus von  16,1 Mio. Franken). Aufgrund des Bezugs von staatlicher Unterstützung in Form von Härtefallgeldern wird das Unternehmen auch in diesem Jahr keine Dividenden ausrichten, wie es weiter heisst.

Rückkehr der Frühlingsmesse

Nach zwei pandemiebedingten schwierigen Jahren blicken Verwaltungsrat und Geschäftsleitung gemäss Mitteilung «mit Zuversicht in die Zukunft». Insbesondere die Vorfreude auf die Frühlingsmesse BEA sei gross. Sie wird nach dem zweijährigen Unterbruch vom 29. April bis 8. Mai wieder auf dem Bernexpo-Gelände stattfinden. Für den kommenden Winter rechnet die Bernexpo Groupe laut eigenen Angaben noch mit «einem gewissen Einfluss der Pandemie auf das Geschäft, aber mit weniger gravierenden Einschränkungen als in den letzten beiden Jahren». Im Fokus stünden dabei erneut eine «hohe Agilität»  und die Fähigkeit, aktuelle Trends rasch zu adaptieren.

«Eine radikale Dynamisierung der Unternehmung ist für uns zentral, um auf die sich stetig ändernden Marktbedürfnisse laufend reagieren zu können. Das Bernexpo-Gelände erlaubt eine rasche Anpassung unserer Formate wie kein anderes. Wertvolle Erfahrungen, wie wir sie 2021 mit der erfolgreichen Lancierung der digitalen Plattform Bam.Connect gemacht haben, werden wir im neuen Geschäftsjahr auf einer neugewonnenen soliden Basis ausbauen», lässt sich Tom Winter, CEO der Bernexpo Groupe zitieren.

Der Fahrplan für die neue Festhalle hat sich gemäss Mitteilung konkretisiert und der ursprünglich kommunizierte Baustart im Frühling 2022 wird um ein Jahr später angesetzt. Der Fokus für die Eröffnung der neuen Multifunktionshalle im Minergie-Standard und mit einem der höchsten Digitalisierungsgrade der Schweiz werde somit auf das Jahr 2025 gelegt. Mit der neuen Festhalle würden sich für die Bernexpo Groupe neue Möglichkeiten im Bereich von kulturellen Anlässen ergeben, sowie bei Sportveranstaltungen und den sogenannten Conventions, einer Mischung aus Kongressen und Ausstellungen. (pd/tim)



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