02.10.2000

"Mass Customization" für wahre Individualisten

Durch individuelle Anpassungen soll Massengut trendig werden.

Dass der Kunde wieder König ist, haben sich junge Menschen schon lange zu Nutze gemacht. Unter anderem dank Internet ist es möglich, an so viele Informationen heran zu kommen, dass ihnen die Industrie längst nichts mehr vormachen kann. Also muss jetzt mehr denn je um die Markentreue der Kundinnen und Kunden gekämpft werden. Ein neuer Begriff macht deshalb in Marketing-Kreisen die Runde: "Mass Customization". Es könnte so etwas wie ein Wundermittel sein. Zu deutsch bedeutet es: kundenindividuelle Massenproduktion. Und die Jugendkultur ist dabei einmal mehr ein wichtiger Tempomacher. Denn der Begriff umschreibt das individuelle Anpassen eines Massengutes auf einen einzelnen Kunden.

Konkrete Beispiele gibt es immer mehr. Etwa jenes von Customatix.com, einem von ehemaligen Adidas-Managern gegründeten US-Startup. Dort können kreative, junge Leute übers Web aus einer Auswahl von Modellen, Materialien, Farben und Logos ihre Skating-, Lauf- und Hikingschuhe nach Belieben selber designen. Jeans-Hersteller Levi's versucht sein zuletzt arg ramponiertes Image durch Scanner-Software aufzupolieren, mit der direkt im Shop die individuellen Formen der Kunden ausgemessen werden können. Innerhalb kurzer Frist wird damit die ideal sitzende Jeans hergestellt.

Auch die Schweiz macht mit: So können sich Skateboarder bei rund 15 Herstellern unter dem Stichwort "Custom Design" ihr ganz persönliches Layout aufs Brett machen lassen. Gerade letztgenanntes Beispiel zeigt die Chancen für diesen neuen Trend im modernen Handel: In Zeiten, in denen jeder hergelaufene Prokurist auf einem Micro-Scooter herumrollt, können sich die wirklichen Individualisten mit "Mass Customization" wieder genügend vom Massengeschmack abheben.



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