01.07.2021

SRG

Bericht legt viele Belästigungen bei RTS offen

Das von der SRG beauftragte Anwaltskollektiv legt seinen Bericht vor. Es hatte über 220 Zeugenangaben analysiert. Nun laufen gegen zwei weitere RTS-Mitarbeiter Untersuchungen.
SRG: Bericht legt viele Belästigungen bei RTS offen
Entschuldigt sich bei den Mitarbeitenden: Pascal Crittin, Direktor von RTS. (Bild: Keystone/Peter Schneider)

Das mit dem Einholen von Zeugenaussagen zu den Belästigungen im Westschweizer Radio und Fernsehen RTS beauftragte Anwaltskollektiv Collectif de Défense hat in einem am Donnerstag veröffentlichten Bericht zahlreiche weitere Vorwürfe aufgezeigt. Gegen zwei weitere Mitarbeiter laufen Untersuchungen. Sie werden für die Dauer der Ermittlungen suspendiert.

Aus der Analyse von über 220 Zeugenangaben ergäben sich viele Persönlichkeitsverletzungen in der Vergangenheit, weist das Anwaltskollektiv aus. Beschwerden über die aktuelle Situation gebe es hingegen nicht, die eine Untersuchung von Vorfällen in den letzten Monaten nötig machen würden.

Zusätzliche Untersuchungen laufen

Zwei Untersuchungen wurden indessen eröffnet. Dabei geht es darum, ob zwei aktuelle Mitarbeiter von Radio Télévision Suisse (RTS) sich Belästigungen zuschulden kommen liessen. Auch eine Analyse des Arbeitsklimas in zwei Abteilungen empfehlen die Anwälte. Zudem schlagen sie fünf Treffen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiterinnen zum Thema Null-Toleranz für Übergriffe und Diskriminierungen vor.

Im weiteren gab das Kollektiv ein potenziell unangemessenes Verhalten von neun pensionierten oder ausgetretenen Mitarbeitenden bekannt. Diese werden über die Zeugenaussagen informiert. Die Verantwortlichkeit der Unternehmensführung für erhärtete Fälle wird abgeklärt.

Die Mediengewerkschaft SSM fordert einen Wechsel der Betriebskultur. Die dauernden Umstrukturierungen ohne Einbezug der Beschäftigten hätten zu immer mehr Macht des Managements geführt – mit allen negativen Folgen für die Angestellten.

Chef entschuldigt sich

RTS-Direktor Pascal Crittin gab seinem Bedauern für die Vorfälle, die sich während zwanzig Jahren zutrugen, Ausdruck und entschuldigte sich in einem Communiqué bei den Betroffenen. «Wir bedauern zutiefst die Angriffe auf Persönlichkeiten, die sich in den letzten zwanzig Jahren ereignet haben, und wir entschuldigen uns bei denjenigen, die aufgrund von inakzeptablem Verhalten oder unzureichenden Präventionsmassnahmen gelitten haben.» Das Westschweizer Radio und Fernsehen werde den Empfehlungen des Anwaltskollektivs Folge leisten. Ein Aktionsplan solle helfen, Fehlverhalten künftig auszuschliessen. (sda/pd/eh)



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