29.08.2019

Umstellung auf DAB+

Branche strebt UKW-Abschaltung 2023 an

Die SRG-Sender sollen 2022 und die Privatradios Anfang 2023 auf DAB+ umstellen. Entschieden wird 2021.
Umstellung auf DAB+: Branche strebt UKW-Abschaltung 2023 an
Wer noch ein solches Radiogerät besitzt, kann dieses bald ins Museum stellen. UKW wird abgestellt. (Bild: Pixabay)
von Christian Beck

Lange war unklar, wann die UKW-Sender in der Schweiz abgeschaltet werden. Und noch immer ist kein definitiver Entscheid gefallen. Aber: Am Mittwoch hat sich die Radiobranche auf zwei Varianten verständigt, am Swiss Radio Day vom Donnerstag wurde darüber informiert.

Die erste Variante sieht eine Abschaltung im Jahr 2022/2023 vor. «Bei dieser Variante würde die SRG ihre Sender vor den privaten Radios abschalten», so Iso Rechsteiner, Leiter der Kerngruppe Digitale Migration (DigiMig). Konkret: Die SRG-Sender würden in der zweiten Jahreshälfte 2022 die UKW-Sender abstellen, die Privatradios Anfang 2023. Die zweite Variante sieht vor, dass Ende 2024 abgeschaltet wird, so, wie das im DigiMig-Bericht festgehalten ist. Bei dieser Variante würden alle Radios gleichzeitig abschalten, ein Vorlauf der SRG-Sender entfiele.

Man strebe die erste Variante mit einer früheren Abschaltung an, sagte Jürg Bachmann, Präsident des Verbands Schweizer Privatradios (VSP), gegenüber persoenlich.com. Die Kommunikation zum definitiven Vorentscheid werde aber erst Anfang 2021 kommuniziert. «In der Zwischenzeit braucht es starke Promotionsmassnahmen», so Rechsteiner.

Eine frühere Abschaltung wird auch vom Bundesamt für Kommunikation (Bakom) begrüsst. DAB+ könne nur mit einer UKW-Abschaltung Erfolg haben, so Bernard Maissen, Bakom-Vizedirektor und Abteilungsleiter Medien, in seiner Keynote am Swiss Radio Day.

Die Umstellung von UKW auf DAB+ betrifft alle Radiohörenden. Alle Nutzer, die noch ältere Radioempfänger besitzen, müssen umrüsten – auch Autofahrer (persoenlich.com berichtete). Immerhin: Im Frühling 2019 erfolgten 65 von 100 Radiominuten digital, so Manuel Kollbrunner von DigiMig-Arbeitsgruppe am Swiss Radio Day. Damit habe DAB+ in 3,5 Jahren um 12 Prozentpunkte zugelegt, IP-Radio um 4 Prozent. In der Deutschschweiz erreicht DAB+ 37 Prozent des Radionutzungsvolumens, IP-Radio 29 Prozent, analog sind es noch 35 Prozent. In der Romandie liegt die IP-Radio auf dem ersten Platz.

 

 

 



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Kommentare

  • Sandro Prezzi, 30.08.2019 16:42 Uhr
    In Norwegen - welches diesen Schritt 2016/17 vollzogen hat, hat das Medium Radio insgesamt bis Ende 2018 zwischen 15 und 20% Hörer verloren. Nur ein Teil der Analog Hörer haben den DAB+ bzw. Digitalisierungs-Schritt gemacht. Es ist eben auch möglich dass bei einem erzwungenen Technologie-Update auch ein Verzicht oder Wechsel in Frage kommt (Spotify, etc.). Menschen ändern Gewohnheiten nur ungern. Aber sie tun es und nicht immer so wie es sich die Branche wünscht. Good Luck!
  • Schweizer Bürger, 30.08.2019 19:12 Uhr
    Sehr umweltfreundlich: Millionen von Radios müssen vernichtet werden. Ebenfalls kommt dies einer Enteignung gleich. Der Bund strebt vorallem eine Totalüberwachung an: mit DAB+ wird registriert wer was und wann hört. Politiker etc. können so gezielt mit Informationen berieselt und beeinflusst werden. Warum fragt der Bund nicht das Volk, ob es so eine Abschaltung überhaupt möchte? Warum kämpfen die Parteien (noch) nicht dagegen an?
  • Jean-Pierre Wüthrich, 31.08.2019 01:53 Uhr
    Ich finde das sehr gut, wenn man UKW abstellt. Es wäre sinnvoll gewesen, dass man die Fahrzeughersteller und auch andere Radiohersteller verpflichtet hätte, nur noch kombinierte Radios DAB+/UKW herzustellen. Ende 2008 wurde ja in der Schweiz die Mittelwelld abgestellt, Landessender Beromünster, der ja über die Luft die SRF Musikwelle verbreitet hatte, musste man auf DAB/DAB+ umstellen. Ich war damals enttäuscht, dass ich im Auto die SRF Musikwelle nicht mehr hören konnte, weil es mein Lieblingssender ist, stellte ich um.
  • Markus Mink, 31.08.2019 03:03 Uhr
    Du hast vergessen zu erwähnen das danach die Quoten fast bis auf „vor UKW Abschaltung-Niveau“ gestiegen sind :-)))

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