04.12.2018

N°1

Das Crowdfunding-Sportmagazin ist ein Monster

«Das beste Sportmagazin der Welt» wird in diesen Tagen an die Käufer verschickt. Es ist ziemlich schwer geworden – und soll einmalig bleiben. «Man sollte nicht versuchen, Grössenwahn zu wiederholen», sagt Co-Redaktionsleiter Mikael Krogerus.
von Christian Beck

Pöstler in der ganzen Schweiz haben derzeit schwere Last zu tragen. «N°1 – Das beste Sportmagazin der Welt» ist frisch aus der Druckerei unterwegs zu den Käuferinnen und Käufern. Ein Kilogramm schwer ist das Magazin geworden, das spätestens bis Ende Woche ausgeliefert sein soll. Ursprünglich geplant waren 144 Seiten – geworden sind es 212. «Das Heft ist ein Monster», wie es auf der Webseite von «N°1» heisst. «Wer mag denn nicht noch einen Haufen Schlagrahm auf den ganzen Süsskram?», so Mikael Krogerus, Co-Redaktionsleiter von «N°1» (ausgesprochen: Nummer Eins), gegenüber persoenlich.com.

Man hätte damals die Lieblingsautorinnen und Lieblingsautoren angeschrieben mit der Frage: «Was ist der eine Text, den du schon immer mal schreiben wolltest?» Die Macher seien von der Zahl der Antworten «völlig überwältigt» gewesen. «Da waren Texte drunter, die konnten wir beim besten Willen nicht wegwerfen», so Krogerus.

Anfang 2017 machte sich eine Gruppe von Journalisten an die Arbeit, ein Sportmagazin zu gründen. Dieses sollte, so die Vorgabe, verlagsunabhängig und durch Crowdfunding finanziert sein. Ende 2017 war das Geld beisammen: Mehr als 2000 Käufer zahlten mehr als 130’000 Franken ein und bestellten viele Tausend Hefte (persoenlich.com berichtete). Mittlerweile sind die Geschichten geschrieben und «N°1» erschienen – in limitierter Auflage von 10'000 Exemplaren. Der Inhalt: 32 Storys. «Ich bin überglücklich. Und unfassbar dankbar für dieses Team», twittert Mit-Initiant Christof Gertsch.


Stolz auf «N°1» ist auch Krogerus. «So stolz wie ein Vater auf sein Kind: Es ist nicht perfekt, aber man liebt es mehr als alles andere auf der Welt», sagt er. Die grösste Schwierigkeit bei der Produktion sei gewesen, «dass wir das alles neben unseren regulären Berufen gemacht haben». Krogerus: «Unser grösster Dank gilt daher unseren Arbeitgebern, die kulant weggeschaut haben, und unseren Kindern, die dieses Jahr eine Schwester hatten, die auch noch ‹N°1› hiess.»

Das Sportmagazin sollte vorerst einmalig erscheinen, hiess es bei der Lancierung. «Wir sind im Herzen Sportler. Wir nehmen Wettkampf für Wettkampf», sagte damals Gertsch zu persoenlich.com. «In dieser Form ist das einmalig. Man sollte nicht versuchen, Grössenwahn zu wiederholen», so Krogerus am Dienstag. «Aber die Idee, Sport anders zu erzählen – mit Zeit und Liebe und neuen Herangehensweisen –, die hat uns sowie auch die beteiligten Sportlerinnen und Sportler so begeistert, dass wir fast nicht anders können, als etwas draus entstehen zu lassen.»

 

 



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