03.08.2021

SRF

Das Team des Investigativdesks ist komplett

Mit dem Aufbau von «SRF Investigativ» stärkt Schweizer Radio und Fernsehen die Recherche zusätzlich. Nun ist das Kernteam von insgesamt zehn Journalistinnen und Journalisten besetzt. persoenlich.com kennt alle Namen.
SRF: Das Team des Investigativdesks ist komplett
Stellten ihr «SRF Investigativ»-Team aus über 100 Bewerberinnen und Bewerbern zusammen (v.l.): die Co-Leiterinnen Nina Blaser und Fiona Endres. (Bilder: SRF)

Vor gut zwei Monaten hat SRF den Aufbau des sogenannten Investigativdesks angekündigt (persoenlich.com berichtete). In den letzten Tagen drangen immer wieder einzelne Namen von Journalisten, die zu diesem Investigativdesk wechseln sollen, zu persoenlich.com durch. Nun ist klar: Die Teamleiterinnen Nina Blaser und Fiona Endres konnten die Rekrutierung der Mitarbeitenden abschliessen. Auf Anfrage von persoenlich.com stellte SRF am Montag eine interne Mitteilung zur Verfügung. Daraus geht ebenfalls hervor, dass das Team künftig unter dem Namen «SRF Investigativ» arbeiten wird.

«Wir waren überwältigt vom grossen Interesse an einer Mitarbeit bei ‹SRF Investigativ›», wird Co-Leiterin Nina Blaser in der internen Mitteilung zitiert. «Die über 100 Bewerbungen haben uns gezeigt, dass es immer noch zum journalistischen Selbstverständnis gehört, mit hartnäckiger Recherche zu faktenbasierten, differenzierten Geschichten zu kommen.» Fiona Endres ergänzt: «Unter so vielen guten Bewerbungen hatten wir die sprichwörtliche Qual der Wahl. Wir sind überzeugt, dass sich das Team mit den verschiedenen Erfahrungen jeder einzelnen und jedes einzelnen optimal ergänzt. Wir freuen uns sehr auf die Zusammenarbeit.»

Neben den beiden Leiterinnen, die auch weiterhin journalistisch tätig sind, gehören laut der internen SRF-Mitteilung neu diese acht Journalistinnen und Journalisten zum Kernteam von «SRF Investigativ»:

Leo Eiholzer, 22, wechselt vom Tamedia-Recherchedesk zu «SRF Investigativ». Er ist seit April 2021 im Förderprogramm für investigativen Journalismus von Tamedia und machte mit mehreren breit zitierten Primeurs auf sich aufmerksam, unter anderem mit den Recherchen zum Terrorverdächtigen Miran S. Zuvor war er in verschiedenen Funktionen journalistisch bei CH Media tätig.

Ben Heubl, 33, ist ein erfahrener Open Source Intelligence Journalist (Osint), der die letzten Jahre in London verbracht und dort bei internationalen News-Organisationen wie der Financial Times und dem Economist gearbeitet hat. In den letzten zwei Jahren war er als investigativer Osint-Journalist und Associate Editor bei der UK Institution of Engineering and Technology tätig und trainierte nebenbei auch andere Journalistinnen und Journalisten im Bereich Osint.

Maj-Britt Horlacher, 33, ist seit Anfang 2015 bei Radio SRF tätig. Zunächst als Redaktorin und Dienstleiterin bei den «Nachrichten», seit Mitte 2019 als Produzentin von «Echo der Zeit». Sie hat an der Universität Zürich den Doktor in Rechtswissenschaften erworben und konnte ausdauerndes und sauberes Recherchieren schon als Juristin verinnerlichen, was ihr bei mehrfachen Publikationen zu Missständen zugutekam.

Simon Jäggi, 35, hat für die verschiedensten Medien gearbeitet. So publizierte er als freischaffender Journalist für Titel wie Die Zeit, NZZ, SonntagsZeitung, Beobachter oder Die Wochenzeitung und zu den Themenschwerpunkten Gesellschaft, Wandel, Migration, Justiz. Seit 2015 ist Simon Jäggi auch freier Mitarbeiter von Radio SRF 2 Kultur und SRF News. Zudem ist er aktuell Reporter beim Strassenmagazin Surprise.

Philippe Odermatt, 48, ist seit 2008 als Redaktor und Reporter für die Konsumentenredaktion Kassensturz / Espresso tätig, seit Herbst 2020 zusätzlich auch als Produzent von «Kassensturz». Investigativjournalismus gehört zur Kernkompetenz seines bisherigen Tätigkeitsbereiches bei SRF, beispielsweise seine Recherchen zu unmoralischen Geschäftspraktiken oder illegalen Arbeitsbedingungen in der Logistikbranche.

Stefanie Pauli, 32, absolvierte von 2015 bis 2017 den trimedialen Stage bei SRF. Seit dem Abschluss der Ausbildung arbeitet sie als Wirtschaftsredaktorin bei SRF, zuerst beim Fernsehen, seit Herbst 2018 beim Radio. In dieser Zeit hat sie sich ein grosses Netzwerk aufgebaut und viel Erfahrung im multimedialen Storytelling angeeignet.

Andreas Schmid, 56, wechselt von der NZZ am Sonntag zu «SRF Investigativ». Er war von 2008 bis 2011 und seit 2014 in der Inlandredaktion der Zeitung tätig. Seit 2019 gehört er auch dem Recherchepool an. Zwischenstation machte er drei Jahre als Reporter und Sportredaktor bei der NZZ. Andreas Schmid war unter anderem an der Aufdeckung des Bündner Baukartells beteiligt.

Nadine Woodtli, 57, war fast 22 Jahre als Journalistin und Produzentin beim «Kassensturz», wo sie unter anderem die Praktiken des Schönheitschirurgen Peter Meyer-Fürst oder des Skandalarztes Ingo Malm mitaufdeckte. Ende 2020 wechselte sie innerhalb von SRF als Reporterin zur «Rundschau», wo sie an der Berichterstattung zum Ruag-Hack beteiligt war.

Zusätzlich zum Kernteam werden ständig ein bis zwei Fachredaktorinnen und -redaktoren aus allen Bereichen von SRF das Team ergänzen, wie es weiter heisst. Diese werden temporär für Wochen oder Monate zum Team stossen, an grösseren Recherchen mitwirken oder eigene Investigativ-Projekte vorantreiben. Der operative Start von «SRF Investigativ» ist gegen Ende Jahr vorgesehen. (pd/cbe)



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Kommentare

  • Pierre Rothschild, 03.08.2021 08:56 Uhr
    Diese Art von Journalismus erfordert ein hohes Spesen-Budget, das hat man am Leutschenbach aber kaum. Hier schaut man nicht durchs Schlüsselloch, man ist im Zimmer. Das kann viel Geld kosten.
Kommentarfunktion wurde geschlossen

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