Angélique Beldner ist 44 Jahre alt, verheiratet, Mutter zweier Kinder – und sie war die erste dunkelhäutige Newsmoderatorin beim Schweizer Fernsehen. «Black Lives Matter» brachte ihre heile Welt aus den Fugen: «Auf einmal fragten mich alle nach meiner Meinung zum Thema Rassismus, und ich realisierte: Wenn alle schweigen, so wie ich, wird sich nie etwas verändern.» Die SRF-Sendung «Reporter» von Kathrin Winzenried begleitete Beldner auf der Spurensuche nach ihrer eigenen Vergangenheit.
«Die Sendung hat mich zutiefst berührt, und ich gratuliere Ihnen zu Ihrem Mut, sich dem Thema Rassismus zu stellen und so offen über Ihre Erfahrungen zu reden», schrieb nach der Ausstrahlung persoenlich.com-Leserin Patricia Klöti in die Kommentare. Oder Leserin Elisabeth Sutter: «Aus diesem Bericht konnte ich sehr viel lernen und neu verstehen.»
Tamedia baut um
Die Tamedia-Redaktion schloss im Sommer die Bereiche Wissen, Kultur, Gesellschaft und Service im neuen Ressort «Leben» zusammen. Diese Ankündigung sorgte für einige Reaktionen unter den Leserinnen und Lesern von persoenlich.com. «Es macht mir den Anschein, dass sich die ‹etablierten› Zeitungen ernsthaft bemühen, ihre teilweise zahlungswilligen Leser*innen zu vertreiben», schrieb etwa Jürg Metz. Auch Arthur Meyer fand klare Worte: «Jetzt wirds augenfällig: Tamedia hat keine Kultur mehr!»
Auch die Stellenstreichung in Tamedias Korrektorat sorgte für unverblümte Voten. «Die Verluderung schreitet fort», kommentierte persoenlich.com-Leser Claude Bürki. «Die Idee, JournalistInnen seien per se Orthografie-Könige, ist eher abenteuerlich, weiss ich aus eigener Anschauung», schrieb Anne-Catherine Eigner. Und Jürg Sauber machte gar die Probe aufs Exempel: «Kopiert man die Artikel in ein ganz einfaches Korrekturprogramm, greift man sich an den Kopf.»
Florian Inhauser polarisiert
Kontrovers diskutiert wurde der Meinungsbeitrag von Gottlieb F. Höpli über «Tagesschau»-Moderator» Florian Inhauser. «Sein anglophil versnobtes Auftreten muss er sich in London angeeignet haben, wo er als Korrespondent des Schweizer Fernsehens vier Jahre lang lebte und arbeitete», so das eindeutige Verdikt des ehemaligen Chefredaktors des St. Galler Tagblatts.
«Du schreibst mir aus der Seele. Welche Wohltat», kommentierte etwa Bruno Hegglin den Blog. Auch TV-Zuschauerin Rosmarie Rosenberger fühlte sich verstanden: «Herr Höpli hat mir aus dem Herz gesprochen! Bin immer drauf und dran, den Fernseher auszuschalten, wenn Herr Inhauser erscheint.» Ganz anderer Meinung war Sven Reinecke: «Inhauser gibt für mich der Schweizer Tagesschau die Würze, die die Sendung sehenswert macht.» Oder Mariann Wüthrich: «Schade finden Sie an den Moderationen von Florian Inhauser keinen Gefallen. Es ist wahrscheinlich Geschmacksache. Ich jedenfalls finde die Art und Weise, wie Herr Inhauser die Nachrichtensendungen vorträgt, sehr süffig, interessant, spannend – sodass man dranbleiben und bis zum Ende zuhören muss.»
Rainer Stadler verlässt die NZZ
Ein gewichtiger Abgang: Nach 31 Jahren wagte der renommierte NZZ-Medienredaktor Rainer Stadler einen Neustart. Er verliess die NZZ auf eigenen Wunsch. Diese Meldung vom Juni bewegte die persoenlich.com-Leserschaft am stärksten. «Dieser Abgang kommt nicht (mehr) überraschend, nachdem Rainer Stadler ja 2018 degradiert wurde», kommentierte Mark Balsiger. «Das ist ein grosser Verlust für die NZZ», schrieb Tek Berhe. Und auch der ehemalige NZZ-CEO Veit Dengler griff in die Tasten: «Alles Gute, lieber Rainer! Du wirst vermisst werden bei der NZZ.»
Ende September gab Stadler seinen NZZ-Badge ab und er stand persoenlich.com Red und Antwort. Dieses Interview schaffte es in die Top Ten der meistgelesenen Texte von 2020. Und das Gespräch mit Stadler löste erneut viele Kommentare aus. Einen davon greifen wir an dieser Stelle als Schlusswort heraus. Jeroen van Rooijen hielt fest: «Rainer Stadler – ein Titan, eine Instanz, eine Eminenz. Einer mit Scharfblick und präziser Haltung. Schade, dass für einen solchen Könner bei der NZZ kein Platz mehr ist. Alles Gute für die Arbeit bei Infosperber.»
In der Serie «Das war 2020» greifen wir die grossen Themen des Jahres in kompakter Form nochmals auf. Hier finden Sie die Übersicht.