07.12.2010

2014

Internetwerbung boomt, Printwerbung bleibt vorne, Aussenwerbung wird digital

Erstmals untersuchte das Beratungsunternehmen PwC spezifisch für die Schweiz Umsätze, Trends und Entwicklungen in den elf wichtigsten Bereichen der Unterhaltungs- und Medienbranche. Die Studie kommt wenig überraschend zum Schluss, dass der Internetwerbemarkt ein jährliches zweistelliges Wachstum hinlegen wird. Aber: Printprodukte werden sich trotzdem halten können. Auch 2014 lesen wir noch Zeitung. Zum "Swiss Entertainment & Media Outlook 2010-2014":
2014: Internetwerbung boomt, Printwerbung bleibt vorne, Aussenwerbung wird digital

Es geht aufwärts. Die Schweizer Medien- und Unterhaltungsbranche kann sich auf eine rosige Zukunft freuen, wenn es nach den Prognosen des Beratungsunternehmens PwC geht. Die Studie "Swiss Entertainment & Media Outlook 2010-2014" kommt zum Schluss, dass die Umsätze bis 2014 von heute 10,402 Milliarden Franken auf 12,584 Milliarden Franken steigen werden. Der Löwenanteil stammt 2014 von den Ausgaben für Internetzugang (2,6 Mrd. Fr.), Zeitungen (2,2 Mrd. Fr.), TV-Gebühren und Lizenzen (2,1 Mrd. Fr.) und Internetwerbung (1,2 Mrd. Fr.). Trotz Aufschwung im digitalen Bereich werden Zeitungen nicht verschwinden. Deren Umsatz bleibt stabil, das Wachstum jedoch gering. .

Internetwerbung: starker Zuwachs aufgrund Nachholbedarf

Für den Schweizer Internetwerbemarkt sagt die Studie ein jährliches Wachstum von 15,7 Prozent voraus (Verdopplung von 584 Mio. Fr. [2009] auf 1,2 Mrd. Fr. [2014]). Search und Display-Werbung forcieren das Wachstum. Der Markt für Search Advertising wird sich mit dem stärksten Wachstum im Bereich Internetwerbung (jährlich 18,5 Prozent) von 312 Mio. Fr. (2009) auf 727 Mio. Fr. (2014) mehr als verdoppeln.

Printwerbung bleibt vorne

Trotz der starken Zunahme der digitalen Werbung wird die Printwerbung im Markt für Zeitungen (Abonnemente, Verkäufe, Werbung) weiterhin den grössten Marktanteil ausmachen. Die Ausgaben steigen um durchschnittlich 0.9 Prozent jährlich von 1,309 Mrd. Fr. (2009) auf 1,370 Mrd. Fr. (2014). Auch im Bereich Konsumentenmagazine wächst die Printwerbung; von 607 Mio. Fr. (2009) auf CHF 623 Mio. (2014) - ein Wachstum von jährlich 0,5 Prozent. Insgesamt stellt die Printwerbung somit in diesen beiden Bereichen weiterhin den Löwenanteil der gesamten Einnahmen.

Zeitungsmarkt: Auch 2014 lesen wir noch Zeitung

Zeitungen werden nicht verschwinden, im Gegenteil: Nebst den traditionellen Printmedien haben Verlagshäuser die Möglichkeit, über eine Vielzahl von Bildschirmen und Medien ein zunehmend fragmentiertes Publikum zu erreichen. Das Wachstum im Zeitungsmarkt beträgt 0,8 Prozent, die Umsätze erhöhen sich damit von 2,1 Mrd. Fr. (2010) auf 2,2 Mrd. Fr. (2014).

Markt für Aussenwerbung: Traditionelle Formate dominieren weiterhin

Für den Markt der Aussenwerbung (Plakate, ÖV-Werbung, Sport- und Stadionwerbung, Screens) wird bis 2014 ein jährliches Wachstum von 2,7 Prozent vorausgesagt. Der Markt wächst damit von CHF 636 Mio. (2009) auf CHF 726 Mio. (2014). Der Anteil der digitalen Werbeflächen wächst zwar kräftig, bleibt aber auch im Jahr 2014 deutlich unter 10 Prozent des Gesamtmarktes.

TV- und Radio-Markt: wenig Dynamik am stark reguliertem Markt

Der Markt für TV-Gebühren und Lizenzen wird auch zulegen, allerdings nur um geschätzte 2,7 Prozent jährlich. Damit steigt der Umsatz von 1,8 Mrd. Fr. (2009) auf 2,1 Mrd. (2014). Die Umsätze im Markt für TV-Werbung (TV-Werbung, -Websites, -Sponsoring und Mobil-TV) werden um 4,2 Prozent von 616 Mio. Fr. (2009) auf 757 Mio. Fr. (2014) steigen.

Musikbranche: Switchover im Jahr 2012

Der Schweizer Markt für Musikdateien (Tonträger, Downloading, Streaming) wird nur wenig wachsen (0,9 Prozent pro Jahr von 294 Mio. [2009] auf 314 Mio. Fr. [2014]). Grund dafür sind die Musikpiraterie und die Substitution physischer Formate mit günstigeren digitalen Formaten. Die digitale Distribution wird jährlich um 14,7 Prozent (15-20 Mio. Fr. ) wachsen. 2012 wird erstmals in der Schweiz mehr Umsatz im digitalen Segment als im physischen Segment verzeichnet.

Filmsegment: goldene Zukunft für digitale Downloads

Der Verkauf und Verleih von Videos sowie Gebühren für Internetdownloads lassen den Umsatz von 335 Mio. Fr. (2009) auf 386 Mio. Fr. (2014) steigen (jährliches Wachstum von 2,9 Prozent). Im Segment Film verzeichnet der Bereich von digitalen Downloads ein bemerkenswertes jährliches Wachstum von 91,1 Prozent.

Markt für Videogames: boomende Onlinespiele

Der Markt für Videogames wird zwischen 2009 (401 Mio. Fr. ) und 2014 (561 Mio. Fr. ) um jährlich 6,9 Prozent zulegen. Damit ist dieser Markt der insgesamt am zweitstärksten wachsende Markt (nach Internetwerbung) innerhalb der schweizerischen Unterhaltungs- und Medienbranche.

Informationen zur Studie

Die PwC-Studie untersucht erstmalig spezifisch für die Schweiz Umsätze, Trends und Entwicklungen in den elf wichtigsten Bereichen der Unterhaltungs- und Medienbranche. Zu den untersuchten Segmenten gehören die Ausgaben für Internetzugang (Festnetz und Mobile), Internetwerbung, TV-Gebühren und Lizenzen, TV-Werbung, Musikaufnahmen, Filmindustrie, Videogames, Radio, Aussenwerbung und die Märkte für Konsumentenmagazine und Zeitungen. Die Prognosen beruhen auf den Analysen von PwC und Gesprächen mit führenden Persönlichkeiten aus der Schweizer Unterhaltungs- und Medienbranche.



Kommentar wird gesendet...

Kommentare

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

Anzeige
Zum Seitenanfang
persönlich Exemplar