22.09.2022

Papierknappheit

NZZ bittet Print-Abonnenten um Mailangaben

Die Neue Zürcher Zeitung hat Abonnentinnen und Abonnenten der gedruckten Ausgabe in einem Schreiben über eine mögliche «Energiemangellage» informiert. Gleichzeitig werden sie gebeten, sich online zu registrieren.
Papierknappheit: NZZ bittet Print-Abonnenten um Mailangaben
Bedruckte Zeitungen im Produktionsablauf in der früheren NZZ-Druckerei in Schlieren. (Bild: Keystone/Christian Beutler)

Medienhäuser werden aufgrund der drohenden Energienotlage aktiv. Die NZZ hat in einem Schreiben Abonnentinnen und Abonnenten der Printausgabe über «das Risiko einer weiteren Verknappung des verfügbaren Zeitungspapiers in Europa und in der Schweiz» informiert. Das Onlineportal Inside Paradeplatz hat Anfang Woche darüber berichtet und zudem einen Abonnenten zitiert, dem der Brief sauer aufstösst.

«Wie alle anderen Medienhäuser bereitet sich auch die NZZ seit einigen Monaten mit konkreten Massnahmen verstärkt auf eine mögliche Energiemangellage vor», sagt NZZ-Sprecherin Karin Heim auf Anfrage zum Brief. Nebst der ausgeweiteten Lagerhaltung von Zeitungspapier zähle dazu auch die Prüfung, wie man Abonnentinnen und Abonnenten in diesem Fall kontaktieren könnte.

Darum hat die NZZ Print-Abonnentinnen und -Abonnenten im Schreiben darum gebeten, «sich vorsorglich online als Abonnent zu registrieren und ihre E-Mail-Adresse anzugeben». Auch habe man die Print-Abonnenten daran erinnert, dass sie sich für den Zugang zum E-Paper online registrieren könnten, um im Fall von Einschränkungen bei der Distribution der gedruckten Zeitungen den Journalismus der NZZ online zu nutzen, wie Heim weiter mitteilt.

An wie viele Adressaten der Brief verschickt wurde und wie viele sich seither online registriert haben, wollte die NZZ auf Anfrage nicht mitteilen. Von negativen Reaktionen auf das Schreiben weiss die NZZ nichts: «Es gab keine aussergewöhnlichen Rückmeldungen.» (wid)



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Kommentare

  • Rudolf Penzinger, 22.09.2022 18:32 Uhr
    In den kommunistischen Ländern vor der "Wende" von 1989 gingbei Papierknappheit immer zuerst das Klopapier aus. Ich erinnere mich an einen Aufenthalt im Prager Hotel "Jalta": Da wurde einem beim Check-in das rationierte Klopapier in minutioäs abgezählten Blättern ausgeteilt, deren Anzahl sich nach der Zahl der reservierten Übernachtungen richtete. Ich betrachtete die Printausgabe der NZZ daher immer auch als Notfall-Versicherung für papierarme Zeiten.
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