15.03.2017

Project R

Schon 3,5 Millionen Franken zugesagt

Der Businessplan für das Start-up von Constantin Seibt und Christof Moser steht. Die erste Finanzierungsrunde ist fast abgeschlossen. Neben der Genossenschaft soll eine Aktiengesellschaft gegründet werden. Voraussetzung: Das Crowdfunding muss erfolgreich sein.
Project R: Schon 3,5 Millionen Franken zugesagt
«Project R» wird als «Mutter-Kind-Modell» gebaut, nämlich aus einer Genossenschaft und einer Aktiengesellschaft. (Bilder: zVg.)

Nach der Kick-off-Party im Januar wird nun der «Bauplan» nachgereicht: Der Businessplan von «Project R» sieht ein digitales Magazin vor, das gross genug ist, in der öffentlichen Debatte Wirkung zu erzielen und schlank genug, um agil wachsen zu können. Mit dem angekündigten Crowdfunding, das Ende April startet und bis Ende Mai dauert, testet «Project R», ob genügend Leser bereit sind, für ein digitales Magazin zu bezahlen. «Ein Markttest in der Realität», heisst es in einer Mitteilung.

Die bereits zugesagten Investorengelder von 3,5 Millionen Franken werden an den Erfolg des Crowdfundings gekoppelt. Das «Project R»-Team will 3000 Leser von ihrem Konzept überzeugen und 750'000 Franken sammeln. Das Startkapital beträgt somit 4,25 Millionen Franken. Die Investoren und Spender, die bereits Geld versprochen haben, müssen erst zahlen, sobald die Verantwortlichen ihren Teil erfüllt haben. Bleibt das Crowdfunding erfolglos, wird im Juni ordentlich liquidiert.

Insgesamt rechnet «Project R», dass sieben Millionen Franken für die kommenden fünf Jahre benötigt werden. Dann soll das digitale Magazin selbsttragend sein, wie es in einem ebenfalls am Mittwoch verschickten Newsletter heisst.

Geschäftsmodell mit zwei Gesellschaftsformen

Ist das Crowdfunding erfolgreich, wird sich künftig die bereits gegründete «Project R»-Genossenschaft vorwiegend der Weiterentwicklung und Stärkung des Journalismus annehmen. Dazu gehören Projekte wie der Bau einer digitalen Open-Source-Infrastruktur und die journalistische Aus- und Weiterbildung sowie Nachwuchsförderung. Die Genossenschaft unterstützt journalistische Projekte und neue Formate konzeptuell und finanziell. Ausserdem organisiert sie Veranstaltungen und Debatten.

Eine schlanke Aktiengesellschaft wird sich ausschliesslich um die Produktion und den Vertrieb des digitalen Magazins kümmern. «Die Produktions-AG hat nur zwei Aufgaben zu erledigen: Marketing. Und einen Journalismus, der dieses Marketing rechtfertig», steht im Newsletter dazu.

Leser haben eine gewichtige Stimme

Für «Project R» ist die publizistische Unabhängigkeit zentral. Die Doppelstruktur mit Genossenschaft und Aktiengesellschaft bietet diesbezüglich Vorteile, wie es in der Mitteilung weiter heisst. Denn bei der mitglieder-, spenden- und stiftungsfinanzierten Genossenschaft gelte: jede Person hat eine Stimme. Jedes Genossenschaftsmitglied wird einen uneingeschränkten Zugang zum Digitalmagazin erhalten. Das Publikum wird via Genossenschaft zu rund 40 Prozent am Aktienkapital des Magazins beteiligt. Die Mitarbeitenden halten knapp weniger als 40 Prozent und die Investorinnen und Investoren rund 20 Prozent der Aktien. Mit diesem Modell sei ein Gleichgewicht zwischen Publikum, Mitarbeitenden und Investoren gegeben. Die Aktiengesellschaft verdient ihr Geld mit dem Verkauf von Abonnements.

Der Vorstand der «Project R»-Genossenschaft

Dem strategischen Gremium der Genossenschaft gehören die folgenden Personen an: Nadja Schnetzler als Präsidentin (links im Bild), Susanne Sugimoto als Geschäftsführerin und Mitglied des Vorstandes (rechts) sowie Clara Vuillemin und Laurent Burst als Mitglieder des Vorstandes.

vorstand_genossenschaft

Richard Höchner neu im Team

Im Newsletter wird ausserdem Richard Höchner im Team begrüsst. Der 29-Jährige arbeitet beim «Project R» als Netzwerk-Organisator. «Er ist zuständig für das, was er schon immer tat: das Zusammenbringen von Leuten und Ideen. Also für die Vernetzung von Experten und Lesern aller Art. Und sonstigen Verrückten», wird sein Job auf der Homepage beschrieben.

Die achtköpfige Führungscrew von «Project R» besteht neben Constantin Seibt und Christof Moser unter anderem aus PR-Beraterin Susanne Sugimoto als Geschäftsleiterin und Fotograf Laurent Burst als Strategie-Verantwortlichen (persoenlich.com berichtete). (pd/sda/cbe)

 

 



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