Im Hause Tamedia werden zurzeit drastische Sparmassnahmen geprüft. Wie die «NZZ am Sonntag» im Mai berichtete, überlegt sich ein Projektteam unter der Leitung des ehemaligen Tamedia-Geschäftsleitungsmitglieds Ueli Eckstein und Chefredaktoren der Tages-, Sonntags- und Pendlerzeitungen, einen gemeinsamen Mantel zu schaffen – vornehmlich für die bezahlten Tageszeitungen in der Deutschschweiz.
Die Rede ist von Kompetenzzentren, welche die Mäntel füllen sollen. Die Zeitungen würden sich schliesslich noch im Regionalteil unterscheiden. Grund für den Einsatz des Projektteams bei Tamedia sind die rückläufigen Werbeumsätze.
Massnahmen bis 2020 geplant
Details zum «Projekt 2020», wie es intern offenbar genannt wird, sind bisher nicht bekannt. In einem Schreiben an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter informierte CEO Christoph Tonini darüber, der Zeithorizont sei das Jahr 2025, konkrete Massnahmen sollen im Zeitraum bis 2020 geplant werden. Wie Radio SRF berichtet, könnte sich der Verwaltungsrat von Tamedia bereits Ende August zu den Arbeiten der Projektgruppe äussern.
Im aktuellen Medientalk von Radio SRF kritisierte Stephanie Vonarburg von der Gewerkschaft Syndicom das umschriebene Szenario vor allem im Hinblick auf die Medienplatz Bern, wo Tamedia den «Bund» und die «Berner Zeitung» herausgibt. Vonarburg engagierte sich bereits im Jahr 2009 stark dafür den «Bund» als Zeitung zu retten.« Tamedia hat sich damals für ein Berner Modell ausgesprochen», sagte sie im Radiointerview. Dafür, dass die beiden Tageszeitungen in einer positiv anspornenden Konkurrenz stehen.
«Stärken beibehalten»
«Uns stellt sich die Frage, wie können wir in Zukunft den Leserinnen und Lesern gute Zeitungen anbieten, die regionale und nationale Berichterstattung anbieten. Und das mit weniger Einnahmen», sagte Christoph Zimmer im Medientalk. Der «Bund» und die «Berner Zeitung» hätten ein relativ unterschiedliches Profil. Diese jeweiligen Stärken sollten erhalten bleiben. Aber selbstverständlich sei das auch von der Entwicklung am Werbemrkt abhängig.
Für Vonarburg ist es «nicht damit getan, die Titel beizubehalten». Wenn die Inhalte in konzernübergreifenden Kompetenzzentren erstellt und dann in unterschiedlicher Länge in die verschiedenen Zeitungen abgefüllt würden, sei «das nicht eine gelebte Vielfalt». (wid)
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02.08.2017 10:56 Uhr
01.08.2017 10:21 Uhr
01.08.2017 07:20 Uhr

