30.08.2001

RadioDay 2001

Vorbehalte an Radiocontrol

Mehr als 450 Anwesende haben im Lake Side Casino in Zürich die Präsentation der neuesten Ergebnisse zum Radioverhalten von Herr und Frau Schweizer verfolgt. Die als Weltpremiere angekündigte Messmethode zieht bei einigen Privatradios Kritik mit sich. Aus den neuesten Zahlen geht allerdings das Medium Radio gestärkt hervor, die Privaten rücken der SRG noch näher, und beim umstrittenen Duell zwischen Radio 24 und Radio Z gibt es zwei Sieger. Die konkreten Ergebnisse und Auszüge aus teils brisanten Referaten von Professor Matthias Steinmann, Roger Schawinski (Bild) und anderen:
RadioDay 2001: Vorbehalte an Radiocontrol

"Wir stehen nicht vor einer veränderten Radiowelt, nur der Blick darauf hat sich verändert", erklärt Professor Matthias Steinmann, der als Delegierter für Medienforschung der SRG SSR mit Radiocontrol von Publica Data die neueste Messmethode zum Schweizer Radioverhalten im ersten Halbjahr 2001 verantwortet. Dabei sind folgende Ergebnisse mehr oder weniger unbestritten:

- 9 von 10 Schweizern hören täglich Radio. Das Medium erreicht nicht – wie bisher angenommen – nur am Morgen um 7 Uhr und am Mittag um 12.30 Uhr Spitzenwerte, sondern auch abends um 18 Uhr.

- In der Deutschschweiz kommen die Sender der SRG SSR mit vier Millionen Hörern auf einen Marktanteil von 62 Prozent, die Privaten auf 28 Prozent, die Ausländer auf zehn Prozent.

Roger Schawinski, sichtlich erholt von den Strapazen vergangener Tage, kritisiert allerdings die Messmethode, die bekanntlich mit 783 Uhren erfolgt, die von ausgewählten Personen im Wochenrythmus getragen werden: "Die Technikgläubigkeit ist eine Sache. Zudem kommt, dass ausser in der Schweiz in keinem anderen Land der Marktführer, der bei uns zusätzlich ein staatliches Radio ist, gleichzeitig Marktforschung betreibt." Damit spricht er die Tatsache an, dass die Publica Data AG ein 100-prozentiges Tochterunternehmen der SRG SSR ist, was Zweifel an der Neutralität aufkommen lässt. Entscheidend sei denn auch, was für Personen eine Uhr tragen und somit an Ergebnissen zum Radioverhalten liefern. Während Schawinskis scharfen Bemerkungen, die im Saal viel Applaus ernten, greift sich SRG-Generaldirektor Armin Walpen gleich mehrmals an den Kopf.

Kritisch zeigt sich auch Martin Muerner, Sendeleiter von Radio Berner Oberland, Vorstandsmitglied beim Verband Schweizer Privatradios sowie Geschäftsleiter bei POOL 2000 und den BERGRADIOS: Den Entscheid für Radiocontrol habe die Geschäftsleitung der SRG gefällt. Für die Privaten bedeute er, dass die Radiodaten noch teurer werden und technische Unklarheiten und Skepsis gegenüber den Uhrenträgern dazukämen. Muerner zieht aus den Zahlen aber auch folgenden Schluss: "Insgesamt stellen die Privatradios in der Deutschschweiz das meistbenutzte Medium. Die Werte müssen stimmen, denn sie werden von unserer Konkurrenz erhoben…"

Bei der Radionutzung in der Deutschschweiz von Januar bis Juni 2001 sieht die Rangliste denn auch wie folgt aus (Nettoreichweite in Tausend):

Von den Privatradios in der Deutschschweiz erreichen auch Radio 32, Pilatus, Basilisk, Sunshine und Central mehr als 100'000 Hörer pro Tag. Ganz anders präsentiert sich das Bild bei den Marktanteilen in den entsprechenden Empfangsgebieten: Radio Rottu kommt auf einen Wert von 36.7 Prozent, Argovia auf 24.4 Prozent und Radio 32 auf 20.3 Prozent. Auf dem besonders hart umkämpften Platz Zürich hat Radio Z mit 9.8 Prozent knapp die Nase vor Radio 24 (9.1 Prozent). Christian Stärkle (Bild), Präsident der PRS und vorderhand noch Geschäftsführer bei Belcom, schränkt allerdings ein: "Je kleiner ein Sender seinen Markt definiert, desto grösser wird der Marktanteil."

Von den Privatradios in der Deutschschweiz erreichen auch Radio 32, Pilatus, Basilisk, Sunshine und Central mehr als 100'000 Hörer pro Tag. Ganz anders präsentiert sich das Bild bei den Marktanteilen in den entsprechenden Empfangsgebieten: Radio Rottu kommt auf einen Wert von 36.7 Prozent, Argovia auf 24.4 Prozent und Radio 32 auf 20.3 Prozent. Auf dem besonders hart umkämpften Platz Zürich hat Radio Z mit 9.8 Prozent knapp die Nase vor Radio 24 (9.1 Prozent). Christian Stärkle (Bild), Präsident der PRS und vorderhand noch Geschäftsführer bei Belcom, schränkt allerdings ein: "Je kleiner ein Sender seinen Markt definiert, desto grösser wird der Marktanteil."

Bruno Oetterli, Inhaber der Radio- und TV-Vermarktungsfirma Radiotele und somit Interessenvertreter der Werbetreibenden, hofft, dass sich die Radiostationen im Sinne einer Transparenz in Zukunft auf eine vergleichbare Grösse einigen und nicht gleichzeitig mit Nettoreichweiten, Ratings und Marktanteilen um sich werfen.



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