Der Verein Medienqualität Schweiz (MQS) wurde 2014 gegründet mit dem Ziel, die Debatte über Medienqualität in der Schweiz zu fördern und zu versachlichen. Kernstück war das Medienqualitätsranking, das alle zwei Jahre gemeinsam mit dem Fög der Universität Zürich, der Universität Fribourg und der Hochschule Luzern erstellt wurde. Es bewertete Schweizer Medien nach Kriterien wie Relevanz, Vielfalt, Einordnungsleistung und Professionalität – unabhängig und öffentlich einsehbar.
Die Kosten: zwischen 400'000 und 500'000 Franken pro Jahr, finanziert von Donatoren aus der Wirtschaft – wie beispielsweise Novartis, CSS, Denner oder Swiss Re – mit Jahresbeiträgen zwischen 10'000 und 50'000 Franken. Die letzte Ausgabe erschien 2024, die nächste wäre diesen Herbst fällig gewesen. Sie bleibt nun aus (persoenlich.com berichtete).
Das Fög der Universität Zürich wird seine Arbeit zur Medienqualität fortsetzen – im Rahmen des Jahrbuchs. «Das Fög wird sich selbstverständlich weiterhin mit Fragen der Medienqualität befassen. Im Rahmen des Jahrbuchs erscheinen auch weiterhin die Analysen zur Qualität der Inhalte», sagt Co-Direktor Daniel Vogler auf Anfrage von persoenlich.com. Allerdings benennt er auch, was fehlen wird: «Was durch die Einstellung des Medienqualitätsrankings leider wegfällt, sind die Analysen zur Einschätzung der Medienqualität durch das Publikum.»
Genau für diesen Teil – die repräsentative Bevölkerungsbefragung – waren die Hochschule Luzern und die Universität Fribourg zuständig. Und hier ist die Lage klar: «Derzeit sind keine weiteren Erhebungen geplant, da uns momentan die Finanzierung dafür fehlt», so Philipp Bachmann, Professor für Kommunikationswissenschaft an der Hochschule Luzern, auf Anfrage.
Gänzlich aufgegeben wird die Arbeit der vergangenen Jahre aber nicht. Bachmann und Diana Ingenhoff, Professorin für Organisationskommunikation an der Universität Fribourg, planen, bisherige Studien in wissenschaftlichen Fachzeitschriften zu publizieren. «Konkret ist derzeit beispielsweise eine Studie zum ‹Impact Score› in Vorbereitung», so Ingenhoff. Zudem sollen die Datensätze künftig über Open-Data-Repositories zugänglicher gemacht werden.
Was bleibt, ist Forschung. Was fehlt, ist das Ranking: die direkte, vergleichende Bewertung einzelner Schweizer Medientitel, die der Branche einen Spiegel vorhielt.
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27.05.2026 10:20 Uhr

