Im Juni 2021 hat der Bundesrat eine neue Social-Media-Strategie beschlossen und die nötigen Mittel dafür bereitgestellt (persoenlich.com berichtete). Neben Twitter und YouTube wollen die Behörden auch mit einem Instagram informieren. Diese Ankündigung ist nun Realität: Seit Montag ist der bundesrätliche Instagram-Kanal mit dem Namen gov.ch live.
Ziel sei es, Entscheidungen mit audiovisuellen Mitteln zu erklären und neue Zielgruppen zu erreichen, heisst es in einer Mitteilung der Bundeskanzlei vom Montag. Man wolle junge Menschen ansprechen, von denen sich der Grossteil vorwiegend über soziale Medien informiert. Dieses Publikum «erwarte von politischen Akteuren, dass sie sich und ihre Entscheide in den sozialen Medien präsentieren», so die Bundeskanzlei.
Über 13'000 Followerinnen und Follower
Die über 13'000 Followerinnen und Follower (Stand Montagabend) sollen mindestens dreimal in der Woche etwas Neues aus dem Bundeshaus erfahren, so Urs Bruderer, stellvertretender Leiter Sektion Kommunikation, gegenüber SRF. Die Inhalte auf dem Account werden in den drei Landessprachen Deutsch, Französisch und Italienisch angeboten und teilweise in Rätoromanisch.
Für die Erstellung der Inhalte und Beiträge für die sozialen Medien und die Bewirtschaftung der Kanäle wurden insgesamt zehn Stellen geschaffen. Ersetzen soll die verstärkte Präsenz in den sozialen Medien die klassische Öffentlichkeitsarbeit nicht: Medienmitteilungen, Medienkonferenzen und Webseiten bleiben zentral, schreibt die Bundeskanzlei.
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Inhaltlich will der Bundesrat auf Instagram primär über wichtige Entscheide, Dossiers und Auftritte des Bundesrates informieren. Die sachorientierte Kommunikation soll kanalgerecht – also audiovisuell und interaktiv – erfolgen. Einen Vorgeschmack lieferten am Montag zwei Posts, die aufgeschaltet wurden. Ein Reel zeigte die sieben Mitglieder des Bundesrates bei der Arbeit. Ein weiterer Post gab mit einer Grafik die Antwort auf die Frage, wie die Energieversorgung der Schweiz aussieht.
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Die verstärkte Präsenz des Bundesrates in den sozialen Medien wird beim Verlegerverband Schweizer Medien (VSM) aufmerksam verfolgt. Man sei «irritiert» und «besorgt» schrieb Geschäftsführer Stefan Wabel bereits nach der Ankündigung des Instagram-Kanals vom Bundesrat im letzten Jahr in einem Blog-Beitrag auf persoenlich.com .
«Unsere bereits im letzten Jahr geäusserte Besorgnis bleibt weiterhin bestehen, dass die Kommunikation über soziale Medien zu einer Umgehung der klassischen Medien führt und so die unabhängige Betrachtung und Einordnung, die alle relevanten Fakten und Positionen abbildet, fehlt», sagt Wabel auf Anfrage von persoenlich.com. Er fügt an: «Dabei ist die journalistische Aufarbeitung gerade bei der Behördenkommunikation von essenzieller Bedeutung.» Der Verlegerverband erwarte daher weiterhin, dass der Bundesrat sein Versprechen aus dem letzten Jahre halte und das Engagement in den sozialen Medien nicht auf Kosten der klassischen Medien- und Öffentlichkeitsarbeit gehe.

