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SRF lebt den Austausch mit dem Publikum

Marcus Knill

Andrea Hemmi, Kommunikationschefin SRF, legte bei «Hallo SRF» stets Wert auf den direkten Austausch zwischen Publikum und SRF. Wegen Covid-19 fand der Dialog leider monatelang vorwiegend digital statt. Seit 1. November sind wieder persönliche Begegnungen möglich.

Für Andrea Hemmi sind Rückmeldungen von Zuschauerinnen und Zuschauern wichtig, beispielsweise: «Ich finde nach wie vor, dass SRF zu viel über Corona berichtet – es gibt auch noch andere Themen auf der Welt.» 

Ich war einige Jahre im Vorstand der RFZ (Sektion Schaffhausen). Mir fehlte damals der echte Dialog mit dem Publikum. Die Anregungen hatten kaum Auswirkungen.

Andrea Hemmi lebt heute den echten Austausch mit dem Publikum. Konstruktive Kritik aus der Basis wird ernst genommen. Berechtigte Anregungen landen nicht im Papierkorb. Bei SRF fand ein Umdenken statt.

Kommunikation heisst bekanntlich Austausch. Leider sehen viele Kommunikationsverantwortliche diesen Austausch als Pseudodialog, der oft in der Einwegkommunikation «von oben» mündet.

Wer die Kontakte bei «Hallo SRF» verfolgt und daran teilnimmt, stellt fest: Auf die Anliegen der Medienkonsumenten, auf ihre Fragen, Erwartungen wird heute eingegangen, und berechtigte Kritik hat Folgen. Die Anspruchshaltung der Zuschauerinnen und Hörer fordert SRF heraus.

«Hallo SRF» besteht schon seit 2015. Möge der eingeschlagene Weg zu echten Dialogen weiter gepflegt und ausgebaut werden. Vor allem Einblicke in die Arbeit hinter den Kulissen der Medienproduktion werden geschätzt und die Gespräche mit Mitarbeitenden von Radio und Fernsehen. Es sind Bereiche, die der Öffentlichkeit normalerweise nicht zugänglich sind.


Marcus Knill ist Experte für Medienrhetorik, Coach, Dozent und Autor von rhetorik.ch.

Unsere Kolumnistinnen und Kolumnisten vertreten ihre eigene Meinung. Sie deckt sich nicht in jedem Fall mit derjenigen der Redaktion.

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