01.07.2019

Kulturhaus Kosmos

Samir äussert sich zum Streit im Verwaltungsrat

Der Filmemacher und Mitgründer des Zürcher Kosmos wurde letzte Woche aus dem Verwaltungsrat abgewählt. Im «SonntagsBlick» sagt Samir: «In diesem konsensgeprägten Land fehlt eine Streitkultur, die zu tragfähigen Kompromissen führt.»
Kulturhaus Kosmos: Samir äussert sich zum Streit im Verwaltungsrat
«Es gibt Kräfte, die wollen aus dem Kosmos einen hedonistischen Konsumtempel machen», sagt Filmemacher Samir. (Bild: dschointventschr.ch)

In einem Interview mit dem «SonntagsBlick» hat der unlängst aus dem Verwaltungsrat des Zürcher Kulturzentrums Kosmos abgewählte Filmemacher Samir («Snow White») – eigentlich Samir Jamal Aldin – weiterhin seine Zusammenarbeit angeboten. Das Projekt Kosmos sei vor rund zehn Jahren lanciert worden und in all den Jahren sei er ja auch gut für die Kooperation gewesen. Wenn gestritten werde, müsse man sich aber auch wieder finden, betonte Samir. Zudem könne es nicht sein, dass über 40 Prozent der Aktionäre nicht im Verwaltungsrat vertreten seien, sagte er.

Auf die Frage, ob Künstler und Kreative die falschen Leute seien für Verwaltungsratsaufgaben, antwortet der Filmemacher: «Wir machten uns sicher nicht beliebt, weil wir Dinge kritisch hinterfragten und nicht einfach abnickten. In diesem konsensgeprägten Land fehlt eine Streitkultur, die zu tragfähigen Kompromissen führt.»

Zwischen den beiden Gründern Bruno Deckert und dem Filmemacher Samir war es zum Eklat gekommen. Samir ist an der GV vor zehn Tagen abgewählt worden. Neu in den Verwaltungsrat gewählt wurde Edwin van der Geest, Lobbyist und Senior Partner bei der Beratungsfirma Dynamics Group (persoenlich.com berichtete). Die Personalie, über die der Sobli berichtete hatte, sei «bemerkenswert», würde doch im Kosmos vorab das Kulturmilieu verkehren, van der Geest hingegen trete vor allem mit seinen Finanz- und Industrie-Mandaten in Erscheinung. Auch bei der «IG Freunde der NZZ» ist er engagiert.

Im Interview in der aktuellen Sobli-Ausgabe äussert sich Samir auch diesbezüglich kritisch. Es sagt: «Es gibt Kräfte, die wollen das Kosmos mit ihren eigenen Anschauungen besetzen oder da­raus einen hedonistischen Konsumtempel machen. Ob es dann noch derselbe Ort des Diskurses, der Offenheit und der Pluralität sein wird, sei dahingestellt.» (sda/eh)



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