15.12.2021

Farner

«Jeder Mitarbeiter soll ab und zu im Metaversum arbeiten»

Die Agentur will in einem Metaversum eine Niederlassung eröffnen. Wie schaut diese virtuelle Filiale aus? Und welche Dienstleistungen erbringt sie? CEO Roman Geiser spricht im Interview über die Details und das «ungeahnte Potenzial» dieser neuen Welten.
Farner: «Jeder Mitarbeiter soll ab und zu im Metaversum arbeiten»
«Ich war sofort Feuer und Flamme für die Idee»: Farner-CEO Roman Geiser. (Bild: zVg)
von Michèle Widmer

Herr Geiser, gibt es einen Avatar von Roman Geiser in einem Metaversum?
Mein Avatar ist in Arbeit und wird bald unsere neue Agenturniederlassung im Metaversum eröffnen.

Sie wollen eine Niederlassung von Farner in einem Metaversum eröffnen. In welchem?
Das eigentliche, alles verbindende Metaverse gibt es ja noch nicht. Was aber bereits existiert, sind Gamewelten, die wie einzelne Metaversen funktionieren. In welcher dieser virtuellen Welten wir unsere Agentur eröffnen, wollen wir noch nicht verraten.

Wie ist die Idee dazu entstanden?
Die intensive Auseinandersetzung mit neuen Märkten und kommunikativen Chancen von Marken ist unser tägliches Brot und unsere grosse Leidenschaft. Unsere Digital-Spezialistinnen und -Spezialisten kamen vor einigen Wochen mit der innovativen Idee auf mich zu, eine Agenturniederlassung im Metaversum zu eröffnen. Ich war sofort Feuer und Flamme für die Idee. Nicht nur, weil die Chancen für Marken in diesen virtuellen Wachstumsmärkten bereits heute riesig sind, sondern weil die Eröffnung unserer digitalen Zweigniederlassung den Anspruch von Farner unterstreicht, in Sachen Kommunikationstrends die Avantgarde zu sein.

Wie muss man sich diese neue Farner-Niederlassung konkret vorstellen?
Auch das wollen wir natürlich erst an der Eröffnung verraten.

«Was können Besucherinnen und Besucher der virtuellen Filiale bei uns erleben. Darauf fokussieren wir»

Wie viele Büroräume soll die Agentur im Metaverse haben? Und wie viele Mitarbeitende?
Die konzeptuellen Details für die digitale Agentur sind noch in Arbeit. Wichtiger als architektonische Details, sind aber unsere Engagement-Konzepte. Also, was können Besucherinnen und Besucher der virtuellen Filiale bei uns erleben. Darauf fokussieren wir.

Wer ist intern für den Aufbau und am Schluss die Betreuung dieser virtuellen Niederlassung verantwortlich?
Wir haben ein kleines Team mit einem digitalen Strategen, einem Business Developer und einem Gamer darauf angesetzt, die Filiale zu konzipieren und zu realisieren. Wir haben die Ambition, dass die Filiale kein Standort wird, die einfach von einem «Geek» in der Agentur betreut wird, sondern ein Standort, an dem jede Farner-Mitarbeiterin und jeder Farner-Mitarbeiter ab und zu arbeitet. Nämlich genauso, wie wir das auch bei unseren physischen Standorten handhaben.

Werden dafür neue Stellen geschaffen?
Das ist aktuell nicht geplant. Aber wer weiss … sag niemals nie.

«Viele grosse Marken verstärken ihre Präsenz im Metaversum»

Brands von Schuh-Herstellern können im Metaversum Avatare ausstatten. Eine Musikerin kann ein Konzert geben. Und Farner berät Brands und Stars in der PR? Oder wie genau will Farner dort aktiv sein?
Farner ist eine Full-Service-Agentur und bedient als solche dementsprechend alle relevanten Kommunikationsdisziplinen, nicht nur PR. Die Nähe zu unseren Kundinnen und Kunden ist für uns von zentraler Bedeutung. Und jetzt beobachten wir klare Trends, wonach viele grosse Marken ihre Präsenz im Metaversum verstärken. Für uns kann das nur heissen, dass wir unseren Kundinnen und Kunden auch an virtuelle Orte sehr gerne folgen, beziehungsweise im besten Fall schon da sind und sie dort begrüssen, wenn sie diese Welten zu erforschen beginnen. Konkret richten wir unsere Filiale auf verschiedene Audiences aus: auf Future Decision Makers, wir wissen zum Beispiel, dass viele Campaign-Manager passionierte Gamer sind, auf künftige Talente, die wir noch früher abholen wollen und auf Influencers und Key Opinion Leaders. Denn auch sie bewegen sich immer häufiger in Metaversen.

Inwiefern wäre Ko-Kreation in einem Metaversum in Echtzeit und im direkten Kontakt mit der Kundschaft möglich?
Kampagnen können dort eins zu eins und ohne räumliche Trennung erarbeitet werden. Und sie können auch gleich getestet werden. Und da wir ja sehr viele Workshops durchführen, kann es sehr gut sein, dass wir diese künftig statt auf Zoom auch in einem Metaversum anbieten.

Gerade die Möglichkeiten für Marken in Bezug auf die Pflege der Kundenbeziehungen seien gross, schreiben Sie in der Handelszeitung dazu. Welche Chancen sehen Sie sonst noch für Marken?
Präsenz ist unabdingbare Voraussetzung für Aufmerksamkeit und den Aufbau von Beziehungen. Nicht nur für kommerzielle Marken. Stellen Sie sich zum Beispiel einmal das Mobilisierungspotenzial von NPO’s vor. Wir sind überzeugt: in Metaversen liegen ungeahnte Potenziale, um wichtige Botschaften zu teilen.

Wen, also welche Zielgruppe, trifft man zurzeit in Metaversen an?
Kurz gesagt: Die Kundinnen und Kunden und die Talente von morgen.

«Wir wollen lernen. Und zwar quasi vor Ort und als direkt Teilnehmende und nicht aus der Distanz einer Hypothese»

Was entgegnen Sie Stimmen, die Metaversen als Hype und virtueller Tummelplatz für Nerds ansehen?
Alleine virtuelle Gamewelten generieren grössere Umsätze als die globale Musik- und Sportindustrie zusammen. Und die technologischen Entwicklungen machen die Zugänge und Aufenthalte in Metaversen immer intuitiver und organischer. Wer das unter «Nerds» verbucht, weigert sich, Neues zu lernen. Das ist nicht unsere Haltung.

Was ist das Ziel Ihrer Agentur: Geht es Ihnen darum, wirklich Effekte im Metaversum zu erzielen? Oder doch eher darum, in der realen Welt etwas Aufmerksamkeit zu generieren?
Wir wollen zweierlei: Einerseits wollen wir lernen. Und zwar quasi vor Ort und als direkt Teilnehmende und nicht aus der Distanz einer Hypothese. Und wir wollen auf dem analogen Kommunikationsmarkt diejenige Agentur sein, welche die Marken, die den Schritt ins Metaversum wagen wollen, mit selbst gemachten Erfahrungen und entsprechender Expertise dorthin begleiten, um sie dann ebenda professionell beraten können.

Zum Schluss: Wann ist der Startschuss für die virtuelle Farner-Agentur?
Bald. Wir schicken Ihnen sehr gerne eine Einladung.



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