15.11.2022

Teuerungsausgleich

K-Tipp-Verlag zahlt ab 2023 mehr Lohn

Das Thema Teuerungsausgleich liegt bei den Medien auf dem Tisch. Entschieden ist bei Konsumenteninfo. Die NZZ prüft Ausgestaltungen eines «teilweisen Inflationsausgleichs». Ringier, CH Media und Keystone-SDA legen sich in den nächsten Wochen fest, die TX Group im neuen Jahr.
Teuerungsausgleich: K-Tipp-Verlag zahlt ab 2023 mehr Lohn
Gleichen die Verlage die Teuerung der Löhne aus? (Bild: Keystone/Ti-Press/Gabriele Putzu)
von Michèle Widmer

Höhere Krankenkassenprämien, mehr Heizkosten und teurere Lebensmittel oder Kleidung: Die steigenden Preise sorgen für laute Rufe nach Lohnerhöhungen in der Schweiz. Am Dienstag forderte der Schweizerische Gewerkschaftsbund (SGB) vor den Medien den vollen Teuerungsausgleich und Reallohnerhöhungen. Auch in der Medienbranche liegt diese Forderung auf dem Tisch. Anfang Oktober hat der Branchenverband Impressum in einem Brief an 150 Medienhäuser in der Schweiz einen Teuerungsausgleich von 3 bis 3,5 Prozent gefordert. Diese sollen bis Ende November dazu Stellung nehmen.

Für die 120 Mitarbeitenden vom Verlag Konsumenteninfo, der auch den K-Tipp oder Saldo herausgibt, ist bereits klar, dass es für nächstes Jahr eine Lohnerhöhung gibt. «Die jährliche Anpassung der Löhne an die Teuerung ist bei uns im Vertrag geregelt», sagt René Schuhmacher gegenüber persoenlich.com. Der Grund: Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollen nie real weniger verdienen als bei Stellenantritt. Bei Konsumenteninfo richtet sich die Lohnerhöhung jeweils nach dem Index der Konsumentenpreise vom November. Sobald dieser Stand Anfang Dezember bekannt sei, würde die genaue Höhe der Lohnanpassungen intern kommuniziert, sagt Schuhmacher weiter.

NZZ prüft «teilweisen Inflationsausgleich»

Noch nichts entschieden ist bei den grossen Verlagen. Bei einer Umfrage macht einzig die NZZ Andeutungen, in welche Richtung es mit den Löhnen gehen könnte. Womöglich leicht nach oben. Denn bei der NZZ prüft der Verlag «einen teilweisen Inflationsausgleich». Und weiter: «Unser Ziel ist es, einen gewissen Inflationsausgleich zu schaffen. Es werden derzeit verschiedene Möglichkeiten der Ausgestaltung geprüft», sagt Kommunikationschefin Karin Heim. Es sei ihnen bewusst, dass die steigenden Preise viele Mitarbeitenden beunruhigten, schreibt die NZZ weiter – verweist allerdings danach gleich auf die steigenden Preise auch als Arbeitgeber. Insbesondere die steigenden Energie- und Papierpreise würden die NZZ vor diverse Herausforderungen stellen. Man werde die Mitarbeitenden bis Ende des Jahres über den Entscheid informieren.

Auch beim zweiten Medienhaus im Zürcher Seefeld, Ringier, ist eine allfällige Lohnerhöhung für die Mitarbeitenden «in Diskussion», heisst es auf Anfrage. Gruppenweite Lohnrunden gebe es bei Ringier aufgrund der sehr unterschiedlichen Ausgangslagen in den verschiedenen Gesellschaften und Ländern nicht. Die Nachrichtenagentur Keystone-SDA verweist auf eine Verwaltungsratssitzung «Ende November». Im selben Zeitrahmen finden bei der SRG Lohnverhandlungen mit dem Sozialpartner SSM statt. «Wir hoffen, im Dezember unseren Mitarbeitenden die Ergebnisse kommunizieren zu können», teilt Sprecher Edi Estermann mit. Bei CH Media heisst es auf Anfrage, dass man das Thema Teuerung im Rahmen des regulären Budgetprozesses im Herbst/Winter 2022 behandle. Entschieden sei noch nichts.

TX-Group-Firmen entscheiden im neuen Jahr

Etwas länger Zeit lassen sich 20 Minuten, Tamedia, Goldbach, TX Markets oder Ventures Zeit. «Der Entscheid, ob und in welchem Umfang nun Lohnerhöhungen erfolgen, liegt in der Kompetenz der einzelnen Unternehmen und wird Anfang Jahr gefällt», sagt TX-Group-Sprecher Florian Näf auf Anfrage. Man sei sich bewusst, welch grossen Einsatz die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den aktuell wirtschaftlich schwierigen Zeiten leisteten. Bei der Diskussion über den Teuerungsausgleich müssten verschiedene Aspekte berücksichtigt werden, insbesondere die Arbeitsmarktsituation und die wirtschaftliche Kraft der Unternehmen.

 

 



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