14.05.2019

Zürcher Journalistenpreis 2019

«Ich appelliere dafür, junge Talente zu fördern»

Die Journalistin und Autorin Klara Obermüller wurde an der Verleihung im Kaufleuten für ihr Gesamtwerk geehrt. Im Kurz-Interview sagt die 79-Jährige, warum sie die Auszeichnung ganz besonders rührt.
Zürcher Journalistenpreis 2019: «Ich appelliere dafür, junge Talente zu fördern»
«Viel Nostalgie kommt bei mir auf, wenn ich auf meine sechs Jahre bei SRF zurückblicke»: Klara Obermüller bei der Preisverleihung im Zürcher Kaufleuten. (Bild: Thomas Meier/Blick)
von Michèle Widmer

Frau Obermüller, Sie haben in Ihrer Karriere ja schon viele Preise gewonnen. Was bedeutet Ihnen die Auszeichnung des Zürcher Journalistenpreises?
Der Preis ist insofern eine besondere Ehre, weil er von der eigenen Zunft kommt. Bei den Kolleginnen und Kollegen ist eine kritische Haltung weit verbreitet, und man gönnt sich den Erfolg nicht immer. Darum rührt mich der Preis ganz besonders.

Sie haben bei SRF, «Weltwoche» oder der NZZ gearbeitet. Auf welche Zeit blicken Sie am liebsten zurück?
Das ist nicht so ganz eindeutig. Viel Nostalgie kommt bei mir auf, wenn ich auf meine sechs Jahre bei der «Sternstunde» von SRF zurückblicke. In Bezug auf meine journalistische Entwicklung waren die 16 nicht immer einfachen, aber spannenden Jahre bei der «Weltwoche» wichtig. Auch erwähnen möchte ich mein Volontariat bei «Du». Das Magazin hat mir den Einstieg in den Journalismus ermöglicht, und dort habe ich sozusagen Blut geleckt. Der damalige Chefredaktor Manuel Gasser ist zu einer Art Mentor geworden, genauso wie Werner Weber von der NZZ.

Sie wurden als junge Journalistin gefördert. Ist das heute anders als früher?
Zu meiner Zeit gab es noch keine Journalistenschulen. Trotzdem appelliere ich an gestandene Journalistinnen und Journalisten, junge Talente zu fördern. Sie müssen die Chance bekommen, zu zeigen, was sie können. Darum finde ich es auch gut, dass der Zürcher Journalistenpreis nun einen Newcomer-Preis eingeführt hat.

Sie haben viel über gesellschaftliche Fragen geschrieben. Was reizt Sie daran so sehr?
Ich bin Teil dieser Gesellschaft und habe mitverfolgt, wie sie sich entwickelt. Mir war es immer wichtig, das Für oder Dagegen aufzuzeigen und Stellung zu beziehen. Ich sehe mich als Sprachrohr für all jene, die ihre Meinung nicht öffentlich äussern können.



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