29.12.2019

Persönlichkeiten 2019

«Ich habe einen starken Konzern im Rücken»

CH Media hat sich 2019 im Bereich TV und Radio stark verändert. Aufsehenerregend war der Kauf der 3-Plus-Sendergruppe. Auch bekannt wurde, dass TeleZüri und Co nach Zürich-Oerlikon zügeln. TV- und Radiochef Roger Elsener über Sender, Synergien und Sonnenkönige.
Persönlichkeiten 2019: «Ich habe einen starken Konzern im Rücken»
Roger Elsener ist Geschäftsleiter TV, Radio & Filmvertrieb und Mitglied der Unternehmensleitung CH Media. (Bild: zVg.)
von Christian Beck

Herr Elsener, mit der 3-Plus-Gruppe haben Sie erneut einige TV-Sender mehr im Portfolio. Haben Sie den Überblick noch?
Selbstverständlich. So viele sind es ja nun auch wieder nicht. Und jene, die neu dazugekommen sind, sind ja auch schön nummeriert.

2017 betitelte ich Sie als «Ruedi Matter der Privaten». Sie antworteten, dass die SRG sieben TV-Sender und 17 Radiosender betreibe und noch Luft nach oben sei. Viel Luft ist da mittlerweile nicht mehr.
Da ist schon noch etwas Luft. Wir sind neben der grössten Schweizer Privat-Radiogruppe nun auch die grösste Schweizer Privat-Fernsehgruppe und wollen weiter wachsen.

«Diese Formel macht den Erfolg aus»

Sie verantworten das grösste private TV- und Radioimperium der Schweiz. Ganz ohne Bescheidenheit: Wie fühlt sich das an?
Ich bin kein Sonnenkönig und würde meinen Job genauso machen, wenn wir die Nummer zwei, drei oder vier wären. Ich habe einen starken Konzern im Rücken und viele tolle Mitarbeitenden in meinem Team. Diese Formel macht den Erfolg aus.

3+-Gründer Dominik Kaiser fühlte sich im Hintergrund wohl. Sie auch?
Meine Funktion ist automatisch mit einer gewissen Öffentlichkeit verbunden. Ins Rampenlicht sollen aber primär unsere TV- und Radioprogramme und nicht ich als Person.

Hand aufs Herz: Als Verwaltungsratspräsident Peter Wanner den Kaufvertrag für die 3-Plus-Gruppe unterschrieb, was ging Ihnen da durch den Kopf?
Ich und ganz CH Media haben uns sehr über den Kauf gefreut. Wir glauben an die Zukunft von Bewegtbild und Entertainment und sind überzeugt, dass wir gemeinsam mit der 3-Plus-Sendergruppe noch grössere Wachstumschancen haben. Und am Rande: Es war ja kein Ereignis, das einfach so von heute auf morgen passiert ist. Wir haben lange dafür gearbeitet, und als es dann endlich soweit war, war es auch eine grosse Erleichterung. Wir hätten die 3-Plus-Sendergruppe ungern bei einem anderen Käufer gesehen.

Im Oktober konnte Wanner noch nicht viel über die Zukunft von 3+ und Co sagen. Sind mittlerweile erste Entscheide gefallen?
Ich kann sicher jetzt schon sagen, dass die 3-Plus-Sendergruppe zusammen mit den anderen TV-Sendern von CH Media eine grosse Zukunft haben wird. Ich habe zusammen mit Christina Noell die Leitung des 3-Plus-Teams übernommen, und wir arbeiten im Moment in gemischten Projektteams aus Mitarbeitenden der 3-Plus-Sendergruppe, TV24, TV25 und S1 an der Optimierung und Entwicklung verschiedener Themenfelder, wie Programmplanung, Research, Eigenproduktionen, Technik et cetera.

«Sing meinen Song» soll auf TV24 laufen. Diese Sendung würde sich auch gut auf 3+ machen …
Welche Eigenproduktionen künftig auf welchen Sendern gezeigt werden, werden wir in den nächsten Wochen entscheiden. «Sing meinen Song – Das Schweizer Tauschkonzert» wird im Februar 2020 auf TV24 an den Start gehen, daran hat sich nichts geändert.

«Im ‹Leonardo› hat es noch freien Platz»

Unser letztes Interview führten wir im März, als bekannt wurde, dass TeleZüri, Radio 24 und die nationalen TV- und Radiosender nach Zürich-Oerlikon zügeln. Wie kommt das Projekt voran?
Das Projekt kommt sehr gut voran. Wir sind im Zeitplan und im Budget.

Wenn es mit den Zukäufen so weitergeht, müssen Sie im Haus «Leonardo» bald neue Räume dazumieten …
Für die 3-Plus-Sendergruppe hatten wir vorsorglich eine Reserve eingeplant. Das passt also. Wo es strategisch Sinn macht, werden Käufe und natürlich auch Verkäufe immer diskutiert. Im «Leonardo» hat es noch freien Platz.

Erst Anfang November reorganisierten Sie die Bereiche TV Regional und Radio. Sehen Sie kein Synergiepotenzial mit dem Bereich TV National?
Doch, selbstverständlich. Wir können jetzt zum Beispiel die Studios des Bereichs TV Regional auch für Produktionen der 3-Plus-Sendergruppe nutzen. Und wenn man an «The Voice of Switzerland» oder «Sing meinen Song – Das Schweizer Tauschkonzert» denkt, drängen sich Synergien mit unserem Radio-Portfolio ja geradezu auf, nicht?

«Es erstaunt mich nicht, dass man in dieses Feld investiert»

Davon gehe ich aus. 2020 startet Blick TV. Welche Chance geben Sie diesem Projekt?
Ich mag nicht über Erfolgschancen von Projekten von Mitbewerbern spekulieren. Wir fokussieren auf unsere Angebote. Blick hat erkannt, dass Bewegtbild eine positive Zukunft hat. Insofern erstaunt es mich nicht, dass man in dieses Feld investiert.

Ganz generell: Was wünschen Sie sich für 2020?
Ich wünsche mir eine gute, gesunde Wirtschaftslage. So können wir weiter in tolle Schweizer Audio- und Bewegtbildinhalte investieren und an Marktanteilen dazugewinnen. Ich möchte mit meinem Bereich massgeblich zum Prosperieren von CH Media beitragen. Das schaffen wir nur mit kompetenten, motivierten Kolleginnen und Kollegen, die jeden Tag ihr Bestes geben. Ich wünsche ihnen allen beste Gesundheit und viel Spass beim weiterrocken im 2020.

weihnachten (1)


In der Serie «Persönlichkeiten 2019» lassen wir Menschen, die 2019 von sich reden machten, nochmals zu Wort kommen. Weitere «Persönlichkeiten 2019» finden Sie hier.





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