09.05.2022

Jahresbilanz 2021

Ringier schreibt höchsten Gewinn seit 2008

Das Verlagshaus hat ein Ebitda von knapp 124 Millionen Franken erreicht – der beste Wert seit Transformationsbeginn. Der Umsatz erhöhte sich derweil um über 10 Millionen auf rund 965 Millionen Franken.
Jahresbilanz 2021: Ringier schreibt höchsten Gewinn seit 2008
Präsentierte die Jahreszahlen im Kunsthaus Zürich: Ringier-CEO Marc Walder. (Bild: Keystone/Ennio Leanza)

2021 war trotz – oder vielleicht auch gerade wegen – der andauernden Corona-Pandemie für Ringier ein Jahr des «konsequenten Aufbruchs». Im Jahr zwei dieser historischen Krise habe das Unternehmen entschlossen investiert und sich damit weiter transformiert, wie es in einer Mitteilung heisst. 
 
Mit einem Ebitda von 123,7 Millionen Franken (Vorjahr: 84,4 Mio. Franken) hat die Ringier-Gruppe 2021 laut eigenen Angaben das beste Ergebnis seit Beginn der Transformation 2008 in einen diversifizierten Medien- und Technologiekonzern erzielt. Nach einem schwierigen Vorjahr erhöht sich in 2021 der Umsatz auf 965,3 Mio. Franken (2020: 953,7 Mio. Franken), bei einer deutlich höheren Ebitda-Marge von 12,8 Prozent. Damit wird das Vor-Covid-Niveau (2020: 8,8 Prozent; 2019: 11,6 Prozent) übertroffen. 

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Der Geschäftsverlauf sei in 2021 über das gesamte Portfolio hinweg erfreulich, wie es weiter heisst: «Im Media-Bereich übertrifft der seit dem 3. Quartal 2020 anhaltende Aufwärtstrend bei der Werbevermarktung unsere Erwartungen. Die strategische Neuausrichtung unserer hauseigenen Vermarktungseinheit Ringier Advertising in der Schweiz zu Anfang 2021 zahlte sich ebenfalls aus», schreibt das Verlagshaus.

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Die Investitionssumme in Ringiers Digital-Produkte im Media- und Marktplatz-Segment war laut Mitteilung mit über 200 Millionen Franken doppelt so hoch wie im Vorjahr. Die strategische Portfolio-Ausrichtung der Ringier-Gruppe spiegele sich mit einem im europäischen Branchenvergleich hohen digitalen Ebitda-Anteil von 73 Prozent (2020: 69 Prozent) wider. Und auch der digitale Erlösanteil liege mit 60 Prozent über dem Vorjahresniveau (2020: 57 Prozent).

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«2021 war für Ringier ein aussergewöhnliches Jahr, sowohl in finanzieller als auch in strategischer Hinsicht. Wir erzielten neben einem starken Wachstum auch eine höhere Rentabilität», lässt sich Ringier-CEO Marc Walder in der Mitteilung zitieren. Er ergänzt: «Unser gutes Resultat und unsere strategischen Transaktionen, die wir in 2021 realisiert haben, ermöglichen es uns, den Wachstumskurs hin zu einem diversifizierten Medien- und Technologieunternehmen konsequent fortzusetzen. Wir werden weiter in das organische sowie anorganische Wachstum unserer mittlerweile in 19 Ländern tätigen Gruppe investieren. Dies aus der tiefen Überzeugung, dass die digitale Transformation nicht abgeschlossen ist, sondern – ganz im Gegenteil – weitere Wachstumschancen bietet.»

Wachstum in digitalen Medienbereich

Die digitalen Media-Angebote von Ringier konnten in nahezu allen Ländern Marktanteile dazugewinnen, wie es weiter heisst:

  • Blick.ch: Täglich 1,2 Mio. Userinnen und User.
  • Blick TV: Bis zu 1 Mio. Video Views pro Tag.
  • Rasch: Handelszeitung, Bilanz, cash.ch und PME bilden laut Angaben Rinigers das «stärkste Wirtschaftsnetz der Schweiz». Mit «Caminada» und «Interview by Ringier» wurden zwei «print only»-Produkte lanciert.
  • Energy-Gruppe: Auf Social Media ist Energy mit rund 2,5 Mio. User-Interaktionen pro Monat laut eigenen Angaben erneut wieder eine der führenden Schweizer Medienmarken.
  • Blic.rs: Seit zehn Jahren die Nummer 1 mit aktuell cirka 3 Mio. Real Usern pro Monat und einer Internet-Reichweite von insgesamt 75,17 Prozent.
  • Blikk.hu: Mit über 3,4 Mio. Nutzern pro Monat (Nov 2021) der gemäss Mitteilung meistgenutzte digitale Nachrichtenanbieter des Landes.
  • Libertatea.ro: 9,1 Mio. Unique User und 44 Mio. Aufrufe werden pro Monat erreicht.
  • Pulse: Pulse Ghana, Nigeria, Kenia, Senegal, Uganda und Elfenbeinküste steigerten die Nutzung ihrer Webseiten und Social-Media-Kanäle um rund 35 Prozent auf 26 Mio. Menschen pro Monat.

Der Digital News Report 2021 des Reuters Institute bestätigt gemäss Mitteilung, dass das polnische Newsportal Onet mit der grössten Reichweite, das höchste Vertrauen der Internetnutzer und -innen geniesst. Ebenso wie die Newsplattformen aktuality.sk und novini.bg, die die vertrauenswürdigste, rein digitalen Medienmarken in der Slowakei und Bulgarien seien. Internationale Aufmerksamkeit hätten Libertatea und Gazeta Sporturilor durch den Dokumentarfilm Collective erzielt, der zweimal von der Academy of Motion Picture Arts and Sciences für den Oscar 2021 nominiert wurde.

Eigenständiges Unternehmen für Sport-Strategie 
 
Investitionen in das Ringier-Medienportfolio – hier insbesondere in digitale Sports Media-Marken – würden kontinuierlich erfolgen. Bereits heute ist die Ringier-Gruppe laut eigenen Angaben «international hervorragend positioniert» und betreibt «führende Medienmarken mit ausgewiesener Sportkompetenz» in verschiedenen Märkten: Blick in der Schweiz, Blikk in Ungarn, Gazeta Sporturilor in Rumänien, Sport.sk in der Slowakei, Blic Sport in Serbien, Pulse in Afrika, Onet und Przeglad Sportowy in Polen, die Sportal Media Group mit Digital Ventures OOD in Bulgarien – dazu gehört Sportal365, das «weltweit führende» Sport Content Management-System.

Zur operativen Umsetzung der «ambitionierten» Ringier-Sports-Media-Strategie wird gemäss Mitteilung ein eigenständiges Unternehmen, die Ringier Sports Media Group, mit Sitz in Zofingen, gegründet, zu dem zum Starttermin folgende digitale Marken gehören: 

  • Sportal Media Group und Digital Ventures OOD
  • Gazeta Sporturilor in Rumänien
  • Sportal.rs in Serbien 

Stilian Shishkov, Gründer und CEO der Sportal Media Group in Bulgarien, wird global für die Weiterentwicklung des Sports Media-Bereiches verantwortlich sein, wie es weiter heisst. Den Verwaltungsrat der international agierenden Gruppe führt Robin Lingg als Verwaltungsratspräsidenten an. Verwaltungsratsmitglieder sind Marc Walder, Ladina Heimgartner, Annabella Bassler und als Delegierter, Alexander Theobald.

Digitale Marktplätze performen besser als geplant
 
Die nationalen und internationalen Marktplätze von Ringier – insbesondere die Job-Plattformen – hätten sich deutlich besser entwickelt als geplant. Sie alle erzielten «historisch hohe Finanzergebnisse und Traffic-Zahlen», wie es weiter heisst. 

  • JobCloud: Mit einem «All-time-high»-Rekord in der Topline erhole sich JobCloud vollständig von den Auswirkungen der Corona-Krise und wächst gegenüber 2019 um 6 Prozent.
  • Imobliare.ro: 100 Prozent Ebitda-Steigerung gegenüber 2019. 
  • Ejobs.ro: Historische Zuwächse bei Umsatz und operativem Gewinn seit Gründung.
  • CV Keskus: Die baltische Jobplattform erzielt «Rekordergebnisse» bei den Einnahmen als auch beim Ebitda.
  • Profession.hu: Der ungarische Job-Marktplatz erzielte laut eigenen Angaben den höchsten Ebitda und Umsatz aller Zeiten. 
  • Roam: Ringier One Africa Media verdoppelt seinen Umsatz im Vergleich zu 2019. 
  • DeinDeal: Der Flash-Sale-Anbieter verzeichnet das zweitbeste Jahr seiner Firmengeschichte.

«Die Ringier-Gruppe hat 2021 in sämtlichen Unternehmensbereichen ein äusserst erfreuliches Ergebnis gezielt. Auch der Bereich Medien überzeugt mit sehr guten Werten», so Marc Walder in der Mitteilung weiter: «In den zwei zurückliegenden Corona-Jahren, einer Zeit hoher Unsicherheit, haben vertrauensvolle Medienangebote substanziell an Bedeutung gewonnen. In den CEE-Ländern gehören einige unserer Medien zu den vertrauenvollsten Marken in ihren Ländern. Die Pandemie und der Krieg in der Ukraine haben deutlich gemacht, wie wichtig zuverlässige und unabhängige Informationen sind. Den Rückenwind, den wir spüren und messen können, werden wir nutzen.» 

Künstler Walid Raad gestaltete Jahresbericht 

Seit 25 Jahren wird der Ringier-Jahresbericht von einem Künstler, einer Künstlerin gestaltet, dessen Werke in der Sammlung Ringier vertreten sind. Die «aussergewöhnliche Berichtsreihe» wurde 1997 von Verleger Michael Ringier und der Kuratorin Beatrix Ruf als vertiefende Einbindung der Kunst in die Tätigkeit des Unternehmens initiiert. 

Für die Jubiläumsausgabe fiel die Wahl auf Walid Raad. Der zeitgenössische Künstler, geboren 1967 im Libanon, liebt es, zu polarisieren und zu provozieren. In einem kreativen Akt schaffe er so sein ganz eigenes Universum aus Dokumenten, Skulpturen, Videos, Fotografien und Zeichnungen. Themen seiner fiktiven Erzählungen sind die zeitgenössische Geschichte des Libanon, Krieg, Gewalt, Kunst und Kapitalismus. Grosse Themen, die er hintersinnig und spielerisch erzähl, wie es weiter heisst. «Another Festival of Gratitude» ist der von Walid Raad gewählte Titel des Ringier-Jahresberichts 2021.

«Walid Raads Werk bietet viel Stoff zum Nachdenken und für Diskussionen. Mit Fake News provoziert er echte Fragen und echte Antworten. Ein grosser Unterschied zu den Fake News, die wir alle kennen. Der diesjährige Bericht betont, dass Kunst mehr ist als das, was man sieht», lässt sich Verleger Michael Ringier in der Mitteilung zitieren.
 
Bekannt wurde Walid Raad durch die Projektarbeit «The Atlas Group» (1989-2004), einem fiktiven Kollektiv. Seither stellt er in Einzelausstellungen weltweit aus – unter anderem im Louvre in Paris, im Museum of Modern Art in New York oder der Kunsthalle Zürich. Walid Raad lebt und arbeitet in New York. Als Professor für Kunst unterrichtet er an der Cooper Union in New York. (pd/tim)


Lesen Sie auch den persoenlich.com-Bericht vom Ringier Speak 2021 – mit Hintergründen zu Ringiers Metaverse-Strategie.



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