09.05.2022

Ringier Speak 2021

Walder-Avatar wirbt für Metaverse

Rund 300 Ringier-Mitarbeitende haben ihre Mittagspause am Montag ins Zürcher Kunsthaus verlegt. Mithilfe seines Avatars stellte Marc Walder der Belegschaft in 19 Ländern die Jahreszahlen vor – und führte sie ins Metaverse ein. Zudem kündigte der CEO die Sports Media Group an.
Ringier Speak 2021: Walder-Avatar wirbt für Metaverse
«Anders und jünger» als der reale Ringier-CEO: ein Avatar von Marc Walder an der Mitarbeiterveranstaltung Speak in Zürich. (Bild: Keystone/Ennio Leanza)
von Michèle Widmer

Es war eine Show, wie man sie sich im Silicon Valley vorstellt. Gedimmtes Licht, laute Musik, ein Countdown zeigt die letzten Minuten bis zum Start an. Von den rund 6400 Mitarbeitenden, verteilt in 19 Ländern, sind rund 300 der Einladung zum Mitarbeiter-Event im Kunsthaus in Zürich gefolgt. Der Rest hatte die Möglichkeit, die Veranstaltung online mitzuverfolgen. Die Musik wird immer dramatischer, als der Countdown langsam zu Ende zählt. Anstatt Marc Walder persönlich auf der Bühne erscheint sein Avatar auf der Leinwand und begrüsst die Zuschauerinnen und Zuschauer vor Ort und online. Der Avatar symbolisiert an diesem Event den Fokus der Veranstaltung: das Metaverse. Der Sprung dorthin sei der nächste grosse Schritt, so der CEO. 



«Hello from the real me», sagt Walder und tritt auf die Bühne. Zu seinem Avatar witzelt er: «Avatare sehen oftmals anders und jünger aus als Menschen in echt. Bei meinem ist gleich beides der Fall.»

73 Prozent aus digitalen Geschäften

Nach der Begrüssung übernimmt Ringier-Finanzchefin Annabella Bassler – oder besser gesagt ihr Avatar – das Wort. Das Jahresergebnis 2021 wird präsentiert. Es sei ein Rekordjahr, weil das Ergebnis – seit sich Ringier im Jahr 2008 der digitalen Transformation verschrieben habe – nie besser ausgefallen sei. Der operative Gewinn vor Abschreibungen und Amortisationen (Ebitda) stieg von 84,4 Millionen Franken im letzten auf 123,7 Millionen Franken in diesem Jahr. Der Umsatz erhöhte sich im vergangenen Jahr von 953,7 Millionen auf 965,3 Millionen Franken. Das Vor-Corona-Niveau erreichte Ringier damit aber noch nicht. 2019 lag der Umsatz bei 984,8 Millionen Franken.

Eine für Marc Walder wichtige Zahl, wie er später am Hintergrundgespräch mit verschiedenen Journalistinnen und Journalisten betonte, bleibe für ihn der Anteil am Gewinn aus digitalen Geschäften. Bei 73 Prozent lag dieser Wert im letzten Jahr. Alles, was über 70 Prozent liege, sei sehr gut, fügt er an.

Investitionen in Sports Media

Annabella Bassler übergibt schliesslich wieder an den realen Marc Walder im Chipperfield-Bau in Zürich. Mit Blick nach vorne stellte er der Belegschaft «the next big thing» von Ringier vor. Das Medienhaus gründet das Unternehmen Ringier Sports Media in Zofingen als dritte strategische Säule neben Ringier Media und Ringier Marketplaces. Global verantwortlich für die Weiterentwicklung des Sports-Media-Bereichs wird Stilian Shishkov, Gründer und CEO der Sportal Media Group in Bulgarien, sein. Verwaltungsratspräsident ist Robin Lingg, im Verwaltungsrat sitzen Marc Walder, Ladina Heimgartner, Annabella Bassler und als Delegierter, Alexander Theobald.

Das neue Unternehmen soll international tätig sein, vorerst vor allem in Märkten, in denen Ringier bisher noch nicht präsent ist. «Es besteht die Gefahr, dass wir mit dem Sport Vertical unsere Hauptnews-Seiten kannibalisieren», begründet Walder im Hintergrundgespräch am Nachmittag im Kunsthaus. In der Schweiz wolle Ringier deshalb zuerst das gesamte Ökosystem im Sportbereich stärken. Hier sieht der CEO viel Potenzial.

Erste GL-Sitzung im Metaverse

Viel Potenzial sieht Marc Walder auch im Metaverse, wie er an diesem Tag mehrfach erwähnt. An der Speak fordert der CEO die Mitarbeitenden auf, erste Erfahrungen zu sammeln, um sich auf die Zukunft vorbereiten zu können. Als Beispiel lässt der CEO Einwähltöne erklingen, die in den 90er-Jahren zu hören waren, wenn man sich ins Internet einwählte. Er sagt: «An diesem Punkt stehen wir heute in Bezug auf das Metaverse.» Was hier in den nächsten Jahren passieren werde, sei «superrelevant» – gerade für ein Medienunternehmen.

Ringier GEB im Metaverse


Walder erzählt begeistert von der ersten Ringier-Geschäftsleitungssitzung im Metaverse (siehe Bild oben). Es gehe darum, zu erfahren, wie sich so ein Treffen anfühle, wie man höre, wie man spreche. Konkrete Projekte erwähnte er nicht. Eignen würde sich eine Präsenz für Ringier aber etwa für die Immobilien-Plattformen. Die Besichtigung einer ausgeschriebenen Wohnung könnte etwa im Metaverse stattfinden. Der Blick wiederum würde innerhalb der digitalen Welt gesehen und konsumiert.

SPEAK Kunsthaus_Credits Thomas Buchwalder_P7901_k

Für Verleger Michael Ringier sind die Metaverse-Avatare bisher noch «etwas kindische Figürchen», wie er auf der Bühne im Interview mit Steffi Buchli, Chefredaktorin Blick Sport, sagt. Er könne sich noch nicht recht vorstellen, ob das wirklich funktioniere, lasse sich aber gerne vom Gegenteil überzeugen.



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