24.03.2024

SRF

Viel Kritik an Redesign von «Meteo»

Das neue Erscheinungsbild der Wetterprognosen kommt nicht nur gut an. Bemängelt wird vor allem die schlechte Lesbarkeit der Grafiken. «Meteo»-Redaktionsleiter Thomas Bucheli verspricht: «Das neue Layout ist noch nicht in Stein gemeisselt.» Eine Karte wurde bereits ersetzt.
SRF: Viel Kritik an Redesign von «Meteo»
Weisse Wolken auf einer fast weissen Schweiz: «Der gesamte Entwicklungsprozess wurde von verschiedenen Nutzergruppen begleitet», so Thomas Bucheli, Redaktionsleiter «SRF Meteo». (Bilder: SRF)
von Christian Beck

«Einfach nur hässlich», «total unbrauchbar», «für die Katze», «geht gar nicht» – Leserinnen und Leser von persoenlich.com lassen kaum ein gutes Haar am neuen Design von «SRF Meteo». Das überarbeitete Erscheinungsbild feierte am Mittwoch auf SRF 1 Premiere und wurde gleichentags auch in der App, auf der Website und auf Social Media ausgerollt (persoenlich.com berichtete).

Auch bei SRF gehen viele Rückmeldungen aus dem Publikum ein. «Während das neue Erscheinungsbild vielen Zuschauerinnen und Zuschauern gefällt, gibt es – wie bei jeder Neuerung – natürlich auch Kritik», so «Meteo»-Redaktionsleiter Thomas Bucheli auf Anfrage. Die Designüberarbeitung wurde SRF-intern entwickelt. In der Umsetzung gab es externe Unterstützung durch das Zürcher Designstudio Plasmadesign.

«Was interessiert es mich, jedes einzelne Tal in der Schweiz zu sehen, wenn die Karten völlig unlesbar sind?», schreibt ein persoenlich.com-Leser. Bucheli sagt, dass die alten, grünen Karten bei der Auflösung und beim Detaillierungsgrad limitiert gewesen seien. «Mit einem feineren und farblich neutraleren Kartenset konnten diese Limitationen überwunden werden», so der Meteorologe.

Personen mit Sehschwäche haben Mühe

Der fehlende Kontrast der Grafiken sorgte mehrfach für negative Kommentare. So bilanzierte ein «Meteo»-Zuschauer: «Ich kann die weissen Wolken auf der weissen Schweiz nicht mehr erkennen.» Vor allem Leute mit Sehschwächen hätten Mühe mit dem neuen Design, heisst es mehrfach. «Der gesamte Entwicklungsprozess wurde von verschiedenen Nutzergruppen begleitet», so Thomas Bucheli. Die Feedbacks und Kritiken der Nutzerinnen und Nutzer seien bei der Designüberarbeitung berücksichtigt worden. «Die Farbgebung der Schweiz und der Kontrast zu den Wolken wurden kaum je bemängelt.»

Doch: Die Rückmeldungen perlen nicht an Bucheli ab wie Regen auf einer spiegelglatten Oberfläche. «Die Kritik an der Lesbarkeit der Karten nehmen wir selbstverständlich sehr ernst», so der «Meteo»-Chef. Er verspricht gegenüber persoenlich.com: «Das neue Layout ist noch nicht in Stein gemeisselt.»

Tatsächlich sind beim Kontrast bereits Anpassungen vorgenommen worden. So wurde die viel kritisierte, praktisch weisse Wolkenkarte wieder durch eine grüne ersetzt. Am Freitagabend kam die Korrektur zum ersten Mal am TV zum Einsatz.



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Kommentare

  • Albert Bucher, 31.03.2024 15:04 Uhr
    Die Wetterkarten sind schlecht lesbar. Es fehlen klare Konturen oder kar unterscheidbare Farben der Seen und Flüsse. Und es sollten viel mehr Ortschaften in kleinerer Schrift bei der Lokalisierung des gesuchten Ortes helfen.
  • Weber Paul, 30.03.2024 15:46 Uhr
    Der Kontrast und die Grafiken sind sehr schlecht lesbar, die Darstellung und die Symbole sind viel zu hell, Sonne und Wolken erscheinen als Spiegeleier en gute.
  • Peter Jaeggi, 25.03.2024 07:17 Uhr
    SRF-Wetterprognosen: Sprach-Uwetter Das neue Design von SRF-Meteo ist sicher nicht eines Designpreises würdig. Doch an der SRF-Wetterprognosenfront gäbe es noch ganz andere Bauaufträge zu vergeben. Es sucht uns da nämlich eine oft unausstehliche sprachliche Schlechtwetterlage heim. Ein unmögliches Gemisch aus "Mundarthochdeutsch" und anderen stilistischen Hässlichkeiten. Beispiele (Sprachaffine bitte Augen zu): "D Neigig für Räge isch gring." – "Es git verbreitet Schauer." – "Gwitter chöi zum Teil heftig usfalle." – "D Temperature erreiche hüt ..." Die Liste ist schier endlos. Die Sprachkompetenz von Thomas Buchelis Team ist verbreitet gring. Vor einigen Tagen einen SRF-Meterologen auf Radio SRF1 gehört, der innerhalb von etwa drei Minuten ganze zehn Mal das Füllwort "doch" einsetzte. Eines der überflüssigsten Wörter überhaupt. Doch auch ausserhalb des Wetterfroschteams (bei SRF Fröschinnen?) herrscht weit verbreitetet Sprachkatastrophenwetter. Und auch dies noch: Vor vielen Jahren ärgerte sich der damalige Bundesrat Moritz Leuenberger über die Wetterprognosen von Radio SRF (damals DRS). Die Moderationen seien «nervtötend und geschwätzig». Das repetive Geplätscher mit suggestiven Pseudofragen nage an der Glaubwürdigkeit des Senders, sagte der Medienminister. Das war 2008. Und es ist heute leider nicht anders. In den letzten Tagen zu Ohren gekommen: "Sie entferne de ungebetne Gascht". – "S Hotel bietet 24 Bette." Hallo, wer spricht denn eine solche Mundart? Natürlich darf man nicht sagen "es chunnt cho seiche". – Aber so? Von Radio und Fernsehen SRF, das populistische Hetzer gerne als "Staatsfernsehen mit Gebührenzwang" bezeichnen, hat eine ganz besondere Sorgfaltspflicht in der Sprachpflege.

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