04.12.2022

Sky-Imagekampagne

«Es ist eine echte Revolution im Gange»

Heimat Zürich lanciert für den Streaminganbieter Sky die bislang grösste Imagekampagne in der Schweiz. Mehdi Megdiche, Chief Commercial Officer Sky Switzerland, und Nico Ammann, Kreativchef Heimat Zürich, über kultige Serien und emotionale Erlebnisse.
Sky-Imagekampagne: «Es ist eine echte Revolution im Gange»
«Grundsätzlich gilt: Sky verspricht Gänsehaut»: Mehdi Megdiche, Chief Commercial Officer Sky Switzerland, (links) und Nico Ammann, Kreativchef und Partner Heimat Zürich. (Bilder: zVg)
von Christian Beck

Herr Megdiche, was mögen Sie lieber: «House of the Dragon» oder «Tschugger»?
Mehdi Megdiche: Ich finde beide Serien super, aber ich habe eine kleine Vorliebe für «Tschugger», da es unser erstes Schweizer Sky Original ist und schnell zu einer Schweizer Kultserie avancierte.

Und Sie, Herr Ammann?
Nico Ammann: Die zwei Serien könnten unterschiedlicher nicht sein. Ich persönlich gebe auch «Tschugger» leicht den Vorzug – Walliser Polizisten vs. Drachen 2:0.

Ob «House of the Dragon» oder «Tschugger», beide Serien laufen in der Schweiz auf Sky. In anderen Ländern gehört Sky zu den ganz grossen Streaminganbietern. Nicht so in der Schweiz. Woran liegt das?
Megdiche: Zunächst einmal ist die Geschichte von Sky Schweiz viel jünger im Vergleich zu unseren anderen grossen europäischen Märkten. Wir haben erst vor fünf Jahren gestartet. Ausserdem ist Sky in der Schweiz ein reiner Streaminganbieter – im Gegensatz zu Sky in Grossbritannien oder Italien, wo wir neben Streaming ein viel breiteres Angebot haben, mit linearem Fernsehen, Subscription Video on Demand, Telekommunikationsdiensten und so weiter. Aufgrund der Qualität und der Vielfalt unserer Fiction- und Sportinhalte sind wir jedoch überzeugt, dass wir in Bezug auf die Markenbekanntheit auf dem Schweizer Markt besser positioniert sein müssen, da wir für Kunden einen echten Mehrwert bieten.

Wo steht Sky Switzerland im Moment? Hinter Netflix, Disney+, Amazon Prime, Play Suisse und Oneplus?
Megdiche: Wir sind daran, zu einem der ernsthaftesten Player auf dem Streamingmarkt in der Schweiz zu werden – und wir wachsen schnell.

Andere Streaminganbieter schneiden ihre Spots aus Filmmaterial von sogenannten «Originals» zusammen. Ganz ehrlich hatte ich diesen Eindruck im ersten Moment auch, als ich die neuen Sky-Spots sah (persoenlich.com berichtete). Woher kommt das?
Megdiche: «Content is King» in unserer Branche, das ist schon richtig. Wir werben schon seit Jahren für unsere frischen und exklusiven Sport- und Spielfilminhalte, und das werden wir auch weiterhin tun. Diese Marketingkampagne ist jedoch etwas anders, da es sich um unsere erste spezifische Markenkampagne handelt, durch die Sky eine Markenbotschaft vermittelt. Wir haben ein kreatives Konzept entwickelt, um diese Botschaft durch die Verbindung mit unseren besten Inhalten zu verstärken, die am Ende als Kompilation gezeigt werden.

Ammann: Sky bietet Weltklasse-Entertainment. Das war konsequenterweise auch unser Anspruch an die Werbung. Wir können die Schweiz nur von der Qualität von Sky überzeugen, wenn die Werbung auch hält, was der Brand verspricht: das aufregendste Streaming der Schweiz. Nicht zuletzt deshalb haben wir für die Umsetzung unserer Filme mit dem Regisseur Nalle Sjöblad gearbeitet. Seine Werbefilme muten eher wie Filme als wie Werbung an.

Hat Sky nicht genügend gute «Originals», mit denen man hätte werben können?
Ammann: Diese Kampagne ist die erste grosse Brand-Kampagne von Sky in der Schweiz. Wir wollen die Markenbekanntheit signifikant steigern. Langfristig erreicht man das nur, indem man das Profil der Marke schärft, ihr eine eigene Identität verleiht und eine Stimme gibt. Wenn wir nur mit Content oder den Originals werben, bauen wir keine Marke auf. Das Publikum kommt und geht – schaut sich die Serie an und springt wieder ab.

«Bei Sky gehen wir auf die Fans zu»

Am Montag startet die Imagekampagne. Der Claim heisst «Das aufregendste Streaming der Schweiz». Was macht es so aufregend?
Megdiche: Wir sehen uns als «lean forward brand», im Gegensatz zu einem eher traditionellen Content-Anbieter, bei dem die Menschen Inhalte einfach passiv konsumieren. Bei Sky gehen wir auf die Fans zu, wir bieten ihnen den Nervenkitzel, den sie suchen, immer und immer wieder – sei es mit der englischen Premier League, der Bundesliga, der Serie A oder den exklusiven Hitserien von HBO wie «House of the Dragon», «Euphoria», «And Just Like That» oder Sky Originals wie «Tschugger», «Babylon Berlin» oder «Gangs of London». Grundsätzlich gilt: Sky verspricht Gänsehaut.

Die Idee der Kampagne: Man will jemanden davon überzeugen, eine bestimmte Serie zu schauen. Wo hatten Sie die Eingebung für dieses Storytelling?
Megdiche: Die kreative Idee basiert auf einem Insight, der jeden anspricht: unsere Unfähigkeit, emotionale Erlebnisse wirkungsvoll nachzuerzählen, wie zum Beispiel beim Anschauen des grossen Finales einer Hitserie oder eines spannenden Fussballspiels.

Ammann: Unsere Protagonisten sind derart begeistert von einem Film, einer Serie oder einem Sportereignis, das sie auf Sky gesehen haben, dass sie andere mit ihrer Leidenschaft anstecken wollen. Das gelingt ihnen aber nicht: «Am besten erlebt man's selbst.» Haben Sie das Tor von Embolo gegen Kamerun gesehen? Nicht? Also Shaqiri rennt so ausserhalb vom Sechzehner, passt in die Mitte und dann steht dort einfach Embolo und bäm! 1:0 für die Schweiz!

«Die Streamingbranche wächst schnell»

Woher kommt es eigentlich, dass immer mehr gestreamt wird? Weil es beim analogen Fernsehen Werbeunterbrüche gibt?
Megdiche: Es ist offensichtlich, dass das alte, zeitgebundene lineare Fernsehmodell gegenüber dem flexiblen Modell, das von Streamingplattformen wie Sky vorangetrieben wird, an Zugkraft verliert. Dadurch wird es viel einfacher, die gewünschten Inhalte zu finden und zu sehen, wann immer man will, auf dem Gerät seiner Wahl – auf einem grossen Bildschirm zu Hause oder auf einem Smartphone oder Tablet unterwegs.

Und welchem anderen Streaminganbieter sollen Marktanteile weggeschnappt werden?
Megdiche: Die Streamingbranche wächst schnell, da sich die Gewohnheiten der Verbraucher in Bezug auf den Konsum von Fernsehen und Inhalten radikal ändern – es ist eine echte Revolution im Gange. Und die Menschen wählen und nutzen eine Streamingplattform ganz anders als beispielsweise einen Telekommunikationsanbieter. Wenn man sich reifere Streamingmärkte wie die USA oder Skandinavien anschaut, sieht man immer mehr Menschen, die mehrere Streamingdienste für unterschiedliche Bedürfnisse nutzen. Es geht also nicht darum, sich gegenseitig die Marktanteile zu stehlen, sondern vielmehr darum, zu definieren, wer wir sind und was die Verbraucher von uns bekommen können – und genau das ist der Zweck dieser Markenkampagne.



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