26.09.2019

Screen-up 2019

Das sind die TV-Highlights vom nächsten Jahr

Vorhang auf für den Schweizer TV-Tag – dies zum 20. Mal. Rund 40 Sender präsentierten am Donnerstag ihre Programmschwerpunkte für 2020. persoenlich.com war in Zürich-Oerlikon vor Ort.
Screen-up 2019: Das sind die TV-Highlights vom nächsten Jahr
Alexander Duphorn, CEO Goldbach Media, und Admeira-CEO Bertrand Jungo begrüssen gemeinsam zur 20. Screen-up. (Bild: Joachim Korus)
von Christian Beck

Am Donnerstag traf sich die Branche zur traditionellen Screen-up, dem jährlichen grossen Tag des Schweizer TVs – heuer zum 20. Mal. Am Nachmittag und Abend fanden in der Halle 622 in Zürich-Oerlikon drei grosse Screenings statt. Während rund sechs Stunden zeigten die Sender den Experten aus Werbung und Medien, mit welchen Highlights sie 2020 die Zuschauer vor die Bildschirme locken wollen. Hier die einzelnen Screenings in umgekehrt chronologischer Reihenfolge:

3 Plus Group

Als zum Abschluss die Screenings von Dominik Kaisers 3-Plus-Gruppe angekündigt werden, geht ein Aufschrei durch den Saal (gut möglich, dass bei den Zuschauern mittlerweile der Prosecco wirkt – siehe weiter unten bei Seven One Media). «Im nächsten Jahr werden wir zum ersten Mal mehr als 50 Prozent Eigenproduktionen haben», so Senderchef Kaiser. Auf der Bühne wiederholt er sein Dementi zum Verkaufsgerücht.

Letztes Jahr an der Screen-up wurde «Voice of Switzerland» angekündigt (persoenlich.com berichtete). Im Hintergrund sei seither viel gearbeitet worden, so Kaiser. «Es gab mehr zu tun, als wir gedacht haben.» Aber nun steht die Fünf-Millionen-Produktion vor der Tür («Das ist viel Geld für unser kleines Kässeli»). Produziert wird die Show in einem Studio in Köln.

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Am Abend in Zürich-Oerlikon werden schliesslich die Coaches bekanntgegeben: Singer-Songwriterin Anna Rossinelli («Ich freue mich, auf den Button drücken zu können»), Noah Veraguth von Pegasus («Zum Glück geht es nicht ums Tanzen») und DJ Antoine (nicht im Saal anwesend). Der vierte Coach (laut Kaiser «eine grosse Nummer») wird erst auf 3+ verkündet.

SevenOne Media Schweiz

Pro Sieben eröffnet den dritten Screening-Block und blickt zuerst zurück auf «The Masked Singer» – dies mit Sänger Max Mutzke live auf der Bühne (obwohl er sich kurz zuvor bei «Schlag den Star» einen Sehnenriss zuzuog).

Pro Sieben kündigt für das kommende Jahr «viel mehr Eigenproduktionen» an. Eine davon heisst «Puls», eine Samstagsabend-Show, die sich um den eigenen Herzschlag dreht. Ausserdem: Heidi Klum geht nicht nur auf die Suche nach einem neuen «Germany's next Topmodel». Sie wird mit Conchita Wurst und Tokio-Hotel-Frontmann Bill Kaulitz die «Queen of Drags» küren. Weiter soll die «Live-Show bei dir zuhause» auch ein grosses Happening werden – zweimal ist dieses Format in 2020 geplant.

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Bei «Switzerland’s next Topmodel» gibt es in der zweiten Staffel eine rein weibliche Jury – ein Novum. An der Screen-up wurden zudem alle 20 Topmodels vorgestellt. Am 18. Oktober geht es los.

Der deutsche Sender Sixx sorgt vor allem im Saal für Unterhaltung – junge Frauen verteilen Prosecco-Dosen unter den Zuschauern, die bislang schon ziemlich Sitzleder beweisen mussten. Seit fünf Stunden laufen die Screenings bereits.

Sat.1 Deutschland kündigt für 2020 «einen grossen Knall» an: «Big Brother 20». Vor 20 Jahren sei die Sendung ein Tabubruch gewesen – das Format habe aber auch 20 Jahre später nichts an Aktualität verloren, heisst es.

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Andrea Haemmerli, Geschäftsführerin SevenOne Media Schweiz, kündigt ein «one last thing» an: Sat.1 Schweiz bringt «The Masked Singer» in die Schweiz – mit Schweizer Prominenten und Kostümen. Die Lizenz sei gesichert, nun gehe es an die Umsetzung.

Teleclub

Claudia Lässer, Moderatorin und Leiterin von Teleclub Sport und Teleclub Zoom sowie Mitglied der Geschäftsleitung, bringt ziemlich alle Aushängeschilder des Senders mit auf die Bühne. Dort spricht die Runde vor allem über bisher Erlebtes – und über die sportlichen Höhepunkte von 2020.

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Groupe M6

Die französische M6-Gruppe setzt vor allem auf Gefühlsfernsehen. Der Flagschiff-Sender M6 bringt unter anderem die französische Version von «Die Höhle der Löwen» – und hofft damit, Quote zu machen.

CH Media TV

Noch mehr Kinoblockbuster verspricht der nationale Sender TV24 von CH Media. Moderator Maximilian Baumann begrüsst auf der ansprechend gestalteten Bühne TV-Chef Roger Elsener. Dieser kündigt an, dass es eine zweite Staffel von «Die Höhle der Löwen» geben wird. Im Oktober startet zudem die zweite Staffel von «Ninja Warrior Switzerland» (persoenlich.com berichtete).

Und vor allem: Die dritte Eigenproduktion «Sing meinen Song – das Schweizer Tauschkonzert». Bekannt war bislang nur, dass Seven der Host der Sendung sein wird. Seven gibt an der Screen-up ein kurzes musikalisches Intermezzo.


Dann werden die weiteren sechs Musikerinnen und Musiker verkündet, die an der Show teilnehmen: Francine Jordi, Stefanie Heinzmann, Ritschi, Marc Storace, Steff la Cheffe und Loco Escrito.

Mediengruppe RTL

«Die Nachfrage nach Bewegtbild-Content explodiert. Jedes selbstfahrende Auto besteht nur noch aus Screens. Wir müssen es schaffen, auf diese Screens zu kommen», so CEO Bernd Reichart. «Wir müssen in Werbetechnologien investieren – und ganz aggressiv auch in Inhalte.»

Ein spezielles Format kündigt RTL für nächstes Jahr an: «Operation Live». Dabei wird eine Herzklappen-Transplantation live am Fernsehen gezeigt. Das habe es so noch nie gegeben. An Ostern erzählt RTL zudem die Geschichte von Jesus Christus – ebenfalls als Live-Inszenierung. Und: «Bin ich schlauer als Günther Jauch?», heisst ein weiteres neues Format.

Die Gruppe will zudem mit dem Sender Vox weiter wachsen. In Deutschland wurde der neue Sender Vox Up ins Leben gerufen. Dieser Sender will die RTL-Gruppe möglichst schnell auch in die Schweiz bringen.

Survivor

Und Kochen scheint weiterhin im Trend zu sein. Vox lanciert das neue Format «Ready to beef» – dabei holt Moderator Tim Mälzer Profiköche in den Ring.

Goldbach

«Fernsehen ist einzigartig», so Alexander Duphorn, CEO von Goldbach Media, der im letzten Jahr im Piratenkostüm die Bühne stürmte (persoenlich.com berichtete). In diesem Jahr eröffnet er als verführerischer Coca-Cola-Mann den Einspieler. Es folgt ein Feuerwerk von Werbespot-Parodien, bei denen Goldbach-CEO Michi Frank auch mal in die blonde Perücke schlüpft. Oder beide gleichzeitig sind als Bündner Steinböcke zu sehen:

Privatsender Admeira-Portfolio

«Fällt in China ein Reissack um, Sie erfahren es innert Sekunden auf Ihrem Handy», so Markus Gilli, Chefredaktor TeleZüri, Tele M1 und TeleBärn. Was direkt vor der Haustüre passiere, darüber würden aber nur die Regionalsender berichten. Gilli wirbt für die sechs Sender des Tele Regio Combis (TRC), die «total realistischen Content» (eben TRC) liefern würden. Unrealistisch schnell verschwindet Gilli wieder von der Bühne.

Es folgt ein eingespielter Spot für S1. Interessanterweise wird der Sender immer noch von Admeira beworben. Dieser Tage wurde bekannt, dass der nationale Sender zu Vermarkter Goldbach wechselt (persoenlich.com berichtete). Offenbar war es zu kurzfristig, die Präsentation noch anzupassen.

Peter Wick (Wetter.tv) will gerade die frühere Wetterfee Linda Gwerder loben, als diese ihn abklemmt: «Die Regie flüstert mir ins Ohr, wir müssen uns beeilen.» Das Wetterfernsehen will im kommenden Jahr mehr Hintergründe liefern, unter anderem über die Klimaveränderung. Sportlich macht Moderatorin Gwerder weiter und leitet über zu MySports, der sich lediglich via Einspieler kurz vorstellt.

SRG/SRF

«Auch 2020 werden wir das grösste Publikum der Schweiz erreichen», verspricht «10vor10»-Moderator Arthur Honegger. «Wir sind ein Land, das Spitzenleistungen erbringt – und wir sorgen dafür, dass man dies auch erfährt», so «Glanz & Gloria»-Aushängeschild Jennifer Bosshard. Es folgt Eigenwerbung für die Sporthighlights 2020: «Die Reichweite vor Augen, die Schweiz im Herzen.» Eines der Grossereignisse: die Fussball-Europameisterschaft – «Eine ganz besondere Meisterschaft, die in ganz Europa stattfinden wird», so Sportmoderator Sascha Ruefer.

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In den folgenden Minuten bewirbt SRF die eigene Vielfalt und Qualität. «Wir machen bei SRF die grösste Transformation durch, die es je gegeben hat», so Honegger. Dies alles sei im Sinne der Qualität und der Transparenz. «Ein echtes Update.»

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Den Abschluss des SRG-Blockes macht Comedy-Newcomer Sven Ivanić: «Ich bin grösser als der Durchschnitt: ich bin 1,95 – oder so hoch wie zwei Süditaliener.» Er wirbt dafür, 2020 eine eigene Sendung zu bekommen. «Und ich freue mich auch auf Deville. Und das sage ich jetzt nicht nur, weil er mir vorher 50 Franken gegeben hat.»

Admeira

Den Auftakt macht eine geballte Ladung von schnell geschnittener TV-Werbung der letzten 20 Jahre. «Ist es nicht erstaunlich, wie gut man sich noch an diese Spots erinnert», so Admeira-CEO Bertrand Jungo. Der Vermarktungschef erinnert die Anwesenden im Saal, dass TV Emotionen wecke und Marken gross mache. «TV ist wie ein Space Shuttle und bringt Marken in neue Sphären», so Jungo.

Captains Lunch

Traditionellerweise findet vor den Screenings der sogenannte Captains Lunch statt. Die Organisatoren Admeira und Goldbach laden dabei jeweils Marketingentscheider zum Mittagessen ein. In diesem Jahr fand der Captains Lunch erstmals hinter ganz verschlossenen Türen statt – auch Medienvertreter mussten draussen bleiben.



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