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Noch nie war eine solche Dynamik zu spüren

Regula Bührer Fecker

Fünf Beobachtungen zum Weltfrauentag, die mich optimistisch stimmen:

1. Nach Jahren des zähen Vorankommens haben die meisten Schweizer Unternehmen heuer Diversität als Thema anerkannt, mit dem sie sich auseinandersetzen müssen: um Talente zu holen und zu halten, um neue Kundensegmente verstehen und ansprechen zu können, oder einfach «because it’s the right thing to do» – wie mir ein männlicher Bekannter kürzlich sagte.

2. Der Schillingreport 2022 spricht (endlich!) von steigenden Frauenanteilen in Verwaltungsräten und Geschäftsleitungen in Schweizer Unternehmen, von einem «Durchbruch an allen Fronten im Generationenprojekt auf dem Weg zu einer ausgewogenen Geschlechterdurchmischung» (persoenlich.com berichtete).

3. Mehr als 120 in der Schweiz tätige Firmen wie ABB, IKEA, Credit Suisse, PwC und Swiss Re haben sich zum Netzwerk «Advance – Gender Equality in Business» zusammengeschlossen.

4. Schon 42 Schweizer Agenturen haben sich dem von Jung von Matt Limmat ins Leben gerufenen «Gislerprotokoll» angeschlossen. Diese Kommunikations- und Werbeagenturen stellen sich der Verantwortung, gesellschaftliche Diversität in ihrer Arbeit zu widerspiegeln (persoenlich.com berichtete).

5. Die Sichtbarkeit von Frauen in Schweizer Medien entwickelt sich positiv, was zum Beispiel Ringier systematisch misst. Der auf einem semantischen Algorithmus basierende EqualVoice-Factor misst den Frauenanteil in sämtlichen Onlinebeiträgen der Medienmarken von Ringier und Ringier Axel Springer Schweiz. Die EqualVoice-Factor-Auswertung für das Jahr 2021 zeigt: Der Frauenanteil in der Berichterstattung wurde weitestgehend gehalten oder sogar gesteigert (persoenlich.com berichtete).

Noch nie war eine solche Dynamik zu spüren. Das stimmt mich optimistisch.

Und Ja, ich gebe den kritischen Leser*innen recht:
Es gibt noch viel zu tun, bis der «Gender Bias» verschwindet.
Es gibt noch viel zu tun, bis der «Gender Pay Gap» geschlossen wird.
Es gibt noch viel zu tun, bis Vereinbarkeit erreicht ist.

Darum als Zwischenmeldung:
Danke den Frauen, die sich jeden Tag für Gleichstellung einsetzen.
Danke den Männern, die sich jeden Tag für Gleichstellung einsetzen. 

Es ist noch nicht geschafft.
Aber wir sind unterwegs.
Und das ist keine Selbstverständlichkeit.


Regula Bührer Fecker ist Strategin von Rod Kommunikation, zweifache Werberin des Jahres und Initiantin der Stiftung #Frauenarbeit.

Unsere Kolumnistinnen und Kolumnisten vertreten ihre eigene Meinung. Sie deckt sich nicht in jedem Fall mit derjenigen der Redaktion.

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